Vom Abfall zum nachhaltigen Ressourcenmanagement

Die Europäische Kommission identifiziert den Transitionsprozess zur Kreislaufwirtschaft und die Betrachtung von "Abfall als Ressource" als eine der drei Schlüsselstrategien für ein ressourceneffizientes Europa. Abfallwirtschaft als Teil eines nachhaltigen Ressourcenmanagements zu etablieren, bedeutet jedoch nicht weniger als die grundlegende Transformation einer der wichtigsten Schnittstellen des sozio-industriellen Metabolismus.

Aus Ressourcensicht sind Abfälle in erster Linie zu vermeiden, dazu gehört auch die verstärkte Wiederverwendung von Produkten und einzelner Komponenten. Reparatur- und Demontagefähigkeit oder das "Upgrading" von Secondhand-Produkten wird u. a. in der Europäischen Abfallrahmenrichtlinie gefordert, entsprechende Politiken, Vorgaben oder Indikatoren fehlen jedoch bisher fast vollständig.

Anlieferung von Hausmüll
Anlieferung von Hausmüll. Foto: Berthold Steinhilber / laif

Abfälle werden nicht nur recycelt, um die Mengen zu entsorgender Restabfälle zu reduzieren, sondern in erster Linie, um als Input wieder in den Produktionsprozess zu fließen. Sie stehen damit im Wettbewerb zu Primärressourcen. Eine echte Kreislaufwirtschaft muss darauf abzielen, das Downcycling der in Abfällen enthaltenen Rohstoffe zu verhindern, u. a. durch die Entwicklung ressourcen- statt rein gewichtsbasierter Zielgrößen. Notwendig sind dazu auch innovative Ansätze eines globalen Ressourcenmanagements für Abfälle, das über eine reine Verlagerung von Umweltbelastungen hinausgeht.

 

Das Wuppertal Institut entwickelt Strategien und Konzepte für eine abfallarme und ressourceneffiziente Gesellschaft. Die hiermit verbundenen sozioökonomischen, technischen und institutionellen Herausforderungen werden analysiert, in Kooperation mit Praxispartnern werden innovative Lösungen entwickelt und umgesetzt. Schwerpunkte sind die Entwicklung und Bewertung nationaler Abfallvermeidungsprogramme, die Optimierung für einzelne Stoffströme (PGM, Kupfer, Kunststoffe) sowie die Weiterentwicklung von Konzepten der erweiterten Herstellerverantwortung (Elektroaltgeräte, Altautos).

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