Wandel in der Ernährungsbranche

Die Erzeugung, Produktion, Verarbeitung und der Konsum unserer täglichen Ernährung spielt eine maßgebliche Rolle bei der Betrachtung des Ressourcenverbrauchs der Menschen. Beispielsweise werden der europäischen Ernährungsindustrie 28 Prozent der Ressourcenverbräuche und 17 Prozent der Treibhausgasemissionen zugeschrieben.

Die daraus resultierenden Folgen sind unter anderem die Mitwirkung am Klimawandel, am Verlust der Biodiversität und Bodenqualität sowie an der Wasserknappheit. Der Bereich Ernährung stellt somit ein wichtiges Handlungsfeld dar, um eine nachhaltige Entwicklung umzusetzen.

Pizza im Werk
Produktionslinie für Tiefkühl-Pizza im Werk des Produzenten Wagner in Nonnweiler bei Saarbrücken. Foto: Kristoffer Finn / laif

Gleichzeitig ist das Handlungsfeld Ernährung für jeden relevant. "Du bist was Du isst" - bei der täglichen Ernährung geht es um Gesundheiterhaltung und Wohlbefinden jedes Einzelnen. Hier trifft so deutlich wie bei keinem anderen Handlungsfeld die persönliche, individuelle Ebene auf die große übergreifende Herausforderung Umweltbelastung und Ressourcenverbrauch.

Dabei ist das Handlungsfeld Ernährung ein sehr komplexes Produkt-Dienstleistungssystem in einer sich wandelnden Gesellschaft. Neben den klassischen Produzenten und den Strukturen des Einzelhandels, steht die Außer-Haus-Gastronomie – also Systemgastronomie, Schulverpflegung, Betriebsgastronomie oder auch Restaurants – mehr und mehr im Forschungsinteresse. Im Kontext einer nachhaltigen Entwicklung bietet sich gerade hier ein wichtiges Steuerelement. So nimmt schätzungsweise jeder Deutsche jede dritte bis vierte Mahlzeit regelmäßig außerhaus ein, Tendenz steigend.

Strategien für einen nachhaltigen Wandel in der Ernährungsbranche erfordern umfassende Analysen. Zum Einen müssen Erzeugungs- und Produktionsprozesse in den einzelnen Gliedern der Wertschöpfungsketten unter die Lupe genommen werden, wie durch die Berechnung von Materialströmen mit der Methode des Corporate Material Footprint im Projekt "Sustainable McDonald's Deutschland". Oder zentrale ökologische und soziale Herausforderungen müssen aufgedeckt werden, die mit der Methode der Hot Spot Analyse, wie sie im Projekt "REWE-Navi" eingesetzt wurde.  
 
Zum Anderen sind unsere Konsummuster sehr entscheidend. So ist und bleibt der Konsum von Fleisch, Fleischerzeugnissen sowie Milch und Milchprodukten, also von hochveredelten tierischen Proteinen, ein Problem. Doch auch die vegetarische oder vegane Ernährung kann durchaus Herausforderungen für Umwelt und Gesundheit mit sich bringen.

So sieht sich das Wuppertal Institut als Impulsgeber, wenn es um die Definition von Zielwerten für eine nachhaltige Ernährung geht, die es bislang für die Umweltwirkung der täglichen Ernährung (im Gegensatz zur Gesundheitsseite) noch nicht verbindlich gibt.

Vor dem Hintergrund dieser Diskussion wurde der Nutritional Footprint als Instrument zur Bewertung von einzelnen Mahlzeiten entwickelt. Mit ihm wird es möglich, Gesundheits- und Umweltwirkung gleichzeitig zu erkennen. Diese Methode wird stetig weiterentwickelt.

Kontakt

Dr. Melanie Speck

Tel.: +49 202 2492-302

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melanie.speck@wupperinst.org

Projekte

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