Wissen für die Große Transformation

Die Transformation zu einer nachhaltigen klimaverträglichen und ressourcenleichten Gesellschaft ist ein offener Suchprozess. Forschung und Bildung sind dafür zentral.

Wissenschaft hat die Aufgabe, mit Politik, Wirtschaft und Gesellschaft dafür Visionen und Entwicklungspfade zu entwickeln sowie nachhaltige technische und soziale Innovationen zu unterstützen bzw. voranzutreiben. Bildungsprozesse schaffen Problembewusstsein, schulen systemisches Denken und helfen, sich in komplexen Transformationsprozessen zu orientieren und entsprechende Kompetenzen zu entwickeln.

Wir leben heute in einer "Wissenschaftsgesellschaft" (Strohschneider), ohne Wissenschaft ist unser modernes Leben nicht mehr denkbar. Technologischer Fortschritt ist für uns genauso selbstverständlich geworden wie der Umgang mit Umweltproblemen wie dem Klimawandel, die wir nicht mehr unmittelbar wahrnehmen können, sondern über die Wissenschaft vermittelt bekommen.

Gorilla National Park in Südwest-Uganda
Um System-, Transformations- und Zielwissen zu erlangen, genügt oftmals ein Perspektivwechsel: Vogelperspektive auf das Hochland in der Nähe des Mgahinga Gorilla National Park in Südwest-Uganda. Einer der kleinsten und am wenigsten bekannten verfolgt ein neues und nachhaltiges Tourismusmodell. Foto: Jiro Ose / Redux / laif

Die Art wie wir Wissenschaft betreiben, hat daher erhebliche Auswirkungen auf unser Fortschrittsverständnis und den Umgang mit großen ökologischen und gesellschaftlichen Herausforderungen. Dies gibt Wissenschaftsprozessen eine hohe Bedeutung in modernen Wissensgesellschaften.

Orientierung in komplexen Transformationsprozessen

Eine besondere Rolle kommt dabei dem Umgang mit gesellschaftlichen Transformationsprozessen zu. Der Weg zu einer Nachhaltigen Entwicklung ist ein solcher Prozess. Hier geht es um grundlegende Veränderungen unserer technologischen Basis, unserer ökonomischen Prozesse sowie ihrer gesellschaftlichen und kulturellen Grundlagen. In solchen Umbruchsphasen bedarf es einer besonderen Aufgeklärtheit – einer "Literacy" in Wandlungsprozessen. Mit einer "transformativen Literacy" ist die Fähigkeit gemeint, sich in komplexen Veränderungssituation angemessen orientieren zu können – in technologischer, ökonomischer, institutioneller und kultureller Hinsicht.

Dies ist eine gewaltige Herausforderung sowohl für das Wissenschafts- als auch für das Bildungssystem. Mit seiner Arbeit möchte das Wuppertal Institut zu einer solchen Literacy beitragen.

Eine zentrale Rolle spielen dabei die Methoden transdisziplinärer Forschung, die nicht nur das Wissen unterschiedlicher Disziplinen, sondern auch das Wissen von Akteuren aktiv in die Wissensprozesse einbeziehen.

"Reallabore" und dabei insbesondere Living Labs sind ein weiterer wichtiger Zugang des Wuppertal Instituts, um komplexe Veränderungsprozesse mit Akteuren gemeinsam zu gestalten und besser zu verstehen, um entsprechende Nachhaltigkeitslösungen passgenau zu entwickeln. In diesen transdisziplinären Prozessen ist Gestaltungskompetenz wesentlich. Vor diesem Hintergrund baut das Wuppertal Institut "Reallabore" und "Living Labs" national und international auf z. B. in europäischen Forschungsverbünden sowie gemeinsam mit Städten des Ruhrgebiets und insbesondere auch in der Stadt Wuppertal selbst.

Kontakt

Prof. Dr. Uwe Schneidewind

Tel.: +49 202 2492-100

Fax: +49 202 2492-108

uwe.schneidewind@wupperinst.org

Carolin Baedeker

Bildung für Nachhaltige Entwicklung heißt Menschen und die Gesellschaft zu befähigen, sich kompetenter in komplexen Transformations­prozessen zu orientieren und Veränderungen sowie passgenaue Nachhaltigkeits­lösungen alltagsgerecht in Reallaboren mitzugestalten.

Dr. Carolin Baedeker
Stellv. Forschungsgruppenleiterin

Themen

Im Wissenschafts- und Bildungsbereich setzt sich das Wuppertal Institut im Nachhaltigkeitskontext sowohl mit den Anforderungen an das Wissenschaftssystem als auch an die verschiedenen Ebenen des Bildungsbereichs auseinander:

News Termine

Hier finden Sie aktuelle Hinweise auf Forschungsergebnisse und Publikationen zu den Bereichen Wissenschaft & Bildung sowie Veranstaltungen, in denen das Wuppertal Institut aktiv ist.

Aktuelle Veranstaltungen zum Thema

Projekte

Bei der Forschung zu den Themen Wissenschaft & Bildung steht das gegenseitige Lernen im Vordergrund. Hier sehen Sie ausgewählte Beispiele.