Wissenschaftssystem im Wandel

Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Gesellschaftliche Umweltveränderungen (WBGU) fordert einen "neuen Vertrag zwischen Wissenschaft und Gesellschaft". Hintergrund ist der Vorwurf, dass Wissenschaft ihrer Verantwortung in einer Zeit wachsender gesellschaftlicher Herausforderungen nicht gerecht werde. Letztlich handelt es sich dabei um neue Formen der Demokratisierung von Wissenschaft, die erheblichen Gegenwind vom etablierten Wissenschaftssystem erfährt.

Dass das Verhältnis von Wissenschaft und Gesellschaft sich wieder einer solchen Bedeutung erfreut, hat mit massiven Umbrüchen in modernen Gesellschaften zu tun: Sowohl die gewachsenen technologischen Möglichkeiten – von den Bio- und Materialwissenschaften bis insbesondere hin zu den neuen Informations- und Kommunikationstechnologien – als auch die ebenso steigenden gesellschaftlichen und ökologischen Nebenfolgen dieser Entwicklungen sind unmittelbar mit der Wissenschaftsentwicklung verknüpft. Hinzu kommt, dass in modernen Gesellschaften immer mehr Handlungsfelder von wissenschaftlichem Wissen geprägt werden und damit auch die Wechselwirkungen zwischen Wissenschaft und Praxisfeldern an Intensität gewinnen.

Virtual Development and Training Centre
Im VDTC (Virtual Development and Training Centre) am Fraunhofer Institut IFF in Magdeburg können in einem der weltweit größten VR-Labors interaktiv und in Echtzeit technische Zusammenhänge simuliert und dargestellt werden. In diesem Fall wird das Strömungsverhalten in einem tatsächlich existierenden Biomassereaktor untersucht. Dadurch soll die Anlage energieeffizient optimiert werden. Foto: Thomas Ernsting / laif

Transformative Wissenschaft bezeichnet eine Wissenschaft, die gesellschaftliche Transformationsprozesse nicht nur beobachtet und von außen beschreibt, sondern diese Veränderungsprozesse selber mit anstößt und katalysiert und damit als Akteur von Transformationsprozessen über diese Veränderungen lernt.

 

Das Konzept einer "transformativen Wissenschaft" weitet die Idee der "transformativen Forschung" auf das Wissenschaftssystem als Ganzes, insbesondere auch auf die institutionelle Ausgestaltung des Wissenschaftssystems aus. Beim neuen Wechselspiel zwischen Wissenschaft und Gesellschaft geht es nicht nur um angepasste Forschungsthemen, sondern auch um neue Lehrkonzepte und -programme, aber auch um entsprechende institutionelle Veränderungen, die wissenschaftliche Institutionen anders in gesellschaftliche Veränderungsprozesse einbetten.

Am Wuppertal befasst sich insbesondere Prof. Dr. Uwe Schneidewind in Publikationen, Vorträgen und Diskussionen mit den damit verbundenen Fragen.

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Publi- kationen

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