E-Mobility as a Sustainable System Innovation

Insights from a Captured Niche

  • Publikationen 10.02.2015
E-Mobility as a Sustainable System Innovation

In ihrer Dissertation beschäftigt sich Karoline Augenstein mit der Frage, ob die aktuellen Entwicklungen im Bereich der Elektromobilität das Potenzial haben zu einer nachhaltigen Transformation des Mobilitätssektors beizutragen. Der empirische Anwendungsfall Deutschland ist dabei insofern interessant als dass die Bundesregierung 2009 einen "Nationalen Entwicklungsplan Elektromobilität" beschlossen hat, mit dem Ziel Deutschland zu einem Leitmarkt für Elektromobilität zu machen und im Jahr 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen zu haben. Ein Blick in die Geschichte zeigt jedoch, dass es bereits eine Reihe von letztendlich gescheiterten Versuchen gab, dem Elektroauto zum Duchbruch zu verhelfen und selbst wenn die aktuellen Bemühungen Erfolg haben, dann macht eine rein quantitative Diffusion von E-Fahrzeugen noch lange keine nachhaltige Mobilitätswende. Dazu gehört eine ganzheitlichere Vision nachhaltiger Elektromobilität, die neben der Elektrifizierung von Antrieben auch die Förderung erneuerbarer Energien als Stromquelle für E-Fahrzeuge, eine Reduktion des Gesamtfahrzeugbestands und neue Formen von Mobilität mit einschließt - kurz: eine Systeminnovation. Die zentrale Frage der Arbeit lautet deshalb: Wie können wir, in der jetzigen frühen und kritischen Phase, feststellen, wie groß das Potenzial ist, dass sich Elektromobilität als eine nachhaltige Systeminnovation entwickelt? Um diese Frage zu beantworten, wird zunächst ein analytisches Rahmenkonzept entwickelt, basierend auf der "Multi-Level Perspektive" nachhaltiger Transformationsprozesse und unter Einbeziehung der Konzepte der transformativen Kapazität neuer Technologien (Stoßen Elektrofahrzeuge auch soziale Innovationen an, wie z. B. neue Geschäftsmodelle und Nutzungsmuster?) und der Systemadaptivität (Wie stabil ist das bestehende Mobilitätsregime?). Die Analyse des deutschen Innovationssystems für Elektromobilität zeigt, dass das system-innovative Potenzial der Elektromobilitäts-Nische begrenzt bleibt, zum Einen aufgrund des starken Einflusses etablierter Industrien und Unternehmen und zum Anderen aufgrund von Zielkonflikten in den politischen Förderprogrammen und den allzu konventionellen Förderpolitiken bzw. F&E-Instrumenten. Ansätze, die eher in Richtung einer Systeminnovation weisen, finden sich vor allem da, wo einflussreiche Akteure von außerhalb das Feld betreten und die deshalb das Thema Mobilität von vorneherein aus einer systemischeren Perspektive begreifen (bspw. Akteure aus den Bereichen öffentlicher Verkehr, Informations- und Kommunikationstechnologien, oder dem Wohnsektor). Es kann außerdem gezeigt werden, dass groß angelegte Demonstrationsprojekte durchaus zur Förderung von Systeminnovationen beitragen, es aber entscheidend ist, dass diese einem transdisziplinären Forschungsdesign folgen. Damit kann am ehesten das system-innovative Potenzial realisiert werden, welches vor allem in der disziplinären und sektoralen Grenzüberschreitung der Elektromobilität liegt.

 

 

Karoline Augenstein:

E-Mobility as a Sustainable System Innovation

Insights from a Captured Niche

Shaker-Verlag, Aachen, 2015

(Schriftenreihe der Reiner Lemoine-Stiftung)

342 Seiten

49,80 Euro (D)

ISBN 978-3-8440-3369-4