Die fünf Perspektiven auf das Ecosystem-Services-Konzept

Paper wendet Q-Methode zur Identifikation an

Publikation
  • News 20.03.2017

Ziel des Papers von Verena Hermelingmeier (Wuppertal Institut) und Kimberly A. Nicholas (Lund University Centre for Sustainability Studies) ist, die verschiedenen Perspektiven der Wissenschaftler/-innen im Bereich Ecosystem-Services auf das Konzept und seinen Zweck zu ermitteln und zu kategorisieren. Hierfür wandten die Autorinnen die Q-Methode an und ließen 33 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler insgesamt 39 Statements zu Ecosystem Services aus der Literatur bewerten. Die anschließende Analyse legt fünf Hauptperspektiven auf Ecosystem Services (ES) nahe: eine pragmatische Sichtweise auf Naturschutz, wo ES als hilfreiches Mittel dient ("Non-Economic Utilitarian"), eine stark auf Werte ausgelegte Sichtweise, die ES skeptisch gegenüber steht ("Critical Idealist"), das Gegenstück zu einer utilitaristischen Herangehensweise an Naturschutz, welches ES als umfassender begreift ("Anti-Utilitarian"), ein methodischer statt kritischer Fokus auf ES ("Methodologist") und eine ökonomische Herangehensweise an ökologische Entscheidungen, die ES als hilfreiches Mittel begreift ("Moderate Economist"). Diese Vielfalt spiegelt laut Autorinnen sowohl das Potenzial des Ecosystem-Services-Kontepts als Boundary Object für eine Zusammenarbeit als auch die Gefahr einer ineffektiven Zusammenarbeit aufgrund einer mangelnden gemeinsamen begrifflichen Grundlage. Sofern diese Vielfalt transparent gemacht wird, kann sie jedoch genutzt werden. Hierfür bedarf es allerdings eines offenen Dialogs über die zugrundeliegenden Annahmen, wenn solch bedeutungsgeladene Begriffe wie das Konzept der Ecosystem Services verwendet werden.

Das Paper "Identifying Five Different Perspectives on the Ecosystem Services Concept Using Q Methodology" wurde in Ecological Economics, Band 136, veröffentlicht und ist frei verfügbar via ScienceDirect.


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