Die Sustainable Development Goals und die Enzyklika Laudato si'

Ein Vergleich im Post-Development-Kontext

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  • News 03.11.2017

Vergleicht man die Agenda 2030 der Vereinten Nationen mit der Laudato si' von Papst Franziskus – beide 2015 geschrieben –, fällt auf: Der Enthusiasmus des 20. Jahrhunderts für Entwicklung ist verschwunden. Seinen Platz hat der Niedergang der expansiven Moderne eingenommen, mit dem nun umgegangen werden muss. Prof. Dr. Wolfgang Sachs, Senior Researcher am Wuppertal Institut, stellt fest: Die Welt befindet sich in einer allumfassenden Krise – die Biosphäre wird zerstört und in mehr als einer Hinsicht wächst die Lücke zwischen Reichen und Armen. Während sowohl die Agenda 2030 als auch die Laudato si' darüber übereinstimmen, dass das globale ökonomische Modell als altes Eisen angesehen werden kann, unterscheiden sich die beiden Publikationen dennoch in maßgeblichen Punkten. Während die Agenda 2030 das aktuelle, globale ökonomische Modell zu reparieren versucht, ruft der Papst in der Enzyklika zu einer Abkehr von der Vorherrschaft der Ökonomie auf. Stattdessen solle man sich auf jeder Ebene ethisch verantwortungsvoll verhalten. Während die Agenda 2030 eine grüne Ökonomie mit sozialdemokratischen Nuancen anstrebt, hat die Enzyklika die Vision einer Ära des Postkapitalismus, die auf einem kulturellen Wandel hin zur Öko-Solidaritat beruht.

In seinem Artikel "The Sustainable Development Goals and Laudato si': varieties of post-development?" vergleicht Wolfgang Sachs beide Publikationen miteinander. Der Artikel wurde in der Zeitschrift "Third World Quarterly" als Beitrag zum Themenheft "Post-Development" veröffentlicht. Anlass für das Themenheft ist der 25. Jahrestag der Publikation "Development Dictionary. A Guide to Knowledge as Power", welche 1992 veröffentlicht und 2009 als Reprint mit neuen Vorwort des Herausgebers Wolfgang Sachs erschien. Der Artikel ist online käuflich zu erwerben.