Teppich-Industrie: Potenziale für die Kreislaufwirtschaft

Artikel im Journal of Global Economics veröffentlicht

Textilfabrik
  • News 08.02.2018

Eine Kreislaufwirtschaft birgt unterschiedliche Potenziale, aber auch Hürden für verschiedene Branchen und Produkte. Bisher werden die spezifischen Unterschiede jedoch kaum systematisch betrachtet. Der wissenschaftliche Artikel "Circular Economy Potential for the Carpet Industry" verdeutlicht am Beispiel der Teppich-Industrie, wie die Kreislaufwirtschaft auch in bisher vernachlässigten Branchen vorangetrieben werden kann und zeigt Ansätze auf, die helfen, diese Barrieren abzubauen.
Mit dem Fokus auf den EU-Markt analysieren die Autorinnen und Autoren aktuelle Stoffströme, einschließlich der End-of-Life(EoL)-Behandlungsmuster sowie bestehende politische Rahmenbedingungen. In dem Artikel gehen sie auf den Material-Fußabdruck mithilfe von drei Szenarien der Teppichproduktion ein. Dabei vergleichen sie einen Nylonteppich mit 100 Prozent Frischfasern, einen Nylonteppich mit 50 Prozent Frischfasern und 50 Prozent Recyclingfasern sowie einen dritten Teppich aus 100 Prozent Recyclingfasern. Mit Blick auf die ökonomischen und ökologischen Potenziale argumentiert das Autorenteam, dass eine Fokussierung auf erhöhte Recyclingraten allein nicht ausreiche, sondern sogar zu höheren Umweltbelastungen führen könne, wenn keine signifikanten Designänderungen stattfänden. Dazu zählen etwa Teppiche aus nur einem Material oder einer Trennschicht zwischen den Materialien. Allerdings müssten solche Veränderungen mit veränderten politischen Rahmenbedingungen einhergehen, beispielsweise mit einer erweiterten Herstellerverantwortung.

Der komplette Artikel von Dr. Henning Wilts und Jana Nicolas aus dem Forschungsbereich Kreislaufwirtschaft am Wuppertal Institut sowie Monika Wirges und Klaus Wiesen (ehemals am Wuppertal Institut beschäftigt) ist online unter dem nachfolgenden Link zu finden.