Ressourceneffizienz auf EU-Ebene

Referierter Artikel zur institutionellen Dimension von Ressourceneffizienzpolitik erschienen

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  • News 15.02.2018

Wie kann Ressourceneffizienzpolitik auf EU-Ebene umgesetzt und verbessert werden? Welche Akteurinnen und Akteure sind hierfür wichtig? Welche Rolle müssen sie einnehmen? Im referierten Artikel gehen Bettina Bahn-Walkowiak und Dr. Henning Wilts aus dem Forschungsbereich Kreislaufwirtschaft am Wuppertal Institut dem Verhältnis von Institutionen und Policy Mixes auf den Grund. Ausgehend von der Frage, warum die Entwicklung von Policy Mixes zur Steigerung der Ressourceneffizienz notwendig ist, reflektieren die Autorin und der Autor die methodischen Kategorien und Eigenschaften, die in der Literatur zur Entwicklung von Policy Mixes diskutiert werden. Aber wer ist eigentlich zuständig für was? Und wie kann ein komplexer Politikmix im Mehrebenensystem der Europäischen Union (EU) und der Nationalstaaten, der zahllosen Regionen und Kommunen entwickelt und umgesetzt werden? Policy Mixes können nicht ohne Blick auf die institutionelle Dimension diskutiert werden, da sie, wie Bettina Bahn-Walkowiak und Dr. Henning Wilts im Artikel anhand unterschiedlicher institutioneller Konstellationen skizzieren, nicht nur im nationalen Kontext von vielfältigen Einflüssen und Abstimmungserfordernissen geprägt sind, da jedes einzelne Ressourceneffizienzinstrument zudem noch häufig mehrfachen Zuständigkeiten im Mehrebenensystem unterliegt.

"Länder tendieren eher dazu, die Kohärenz eines Policy Mixes zu erhöhen, indem sie wichtige, beispielsweise ressourcenintensive Politikbereiche gar nicht adressieren", sagt Bettina Bahn-Walkowiak, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsbereich Kreislaufwirtschaft am Wuppertal Institut. Oder sie nähmen in Kauf, die Konsistenz des Mixes zu verringern, indem sie den Umfang der behandelten Probleme begrenzten, um Interessenkonflikte mit anderen Steuerungsebenen zu vermeiden, ist sich das Autorenteam einig. Die Koordinierung von Interessengruppen und industriellen Interessen habe häufig Priorität auf nationaler Ebene, verlangsame jedoch den Prozess innerhalb des mehrstufigen und länderübergreifenden Prozesses zur Verbesserung der Ressourceneffizienz erheblich.
Der Artikel weist deshalb auf die Notwendigkeit hin, institutionelle und Multi-Level-Governance-Fragen in die Politikgestaltung und die Entwicklung von Policy Mixes einzubeziehen – und das umso mehr im Zusammenhang mit der Neuausrichtung der Ressourceneffizienzagenda für den Übergang zur Kreislaufwirtschaft.

Der vollständige referierte Artikel ist in Energy Research & Social Science (Volume 33), erschienen und im nachfolgenden Link abrufbar.