Policy Options for a Decarbonisation of Passenger Cars in the EU

Recommendations Based on a Literature Review

  • Publikationen 01.03.2018
Wuppertal Paper 193

Die vorliegende Studie diskutiert politische Instrumente, welche die Dekarbonisierung von Personenkraftwagen in der Europäischen Union fördern. Es wird erörtert, inwieweit diese Politikoptionen wirksam, technologieneutral, vorhersehbar, kosteneffizient und durchsetzbar sind. Basierend auf diesen Kriterien entwickelt die Studie Empfehlungen für die Europäische Union und ihre Mitgliedstaaten, sodass (1) die bestehenden Klimaschutzziele erreicht, (2) die Autohersteller beim Verkauf von innovativen und wettbewerbsfähigen Produkten unterstützt und (3) die Konsumenten zum Kauf geeigneter Fahrzeuge ermutigt werden.

Die Studie zeigt auf, dass derzeit zwar bereits erfolgversprechende politische Instrumente Verwendung finden, jedoch ein starker Anpassungs- und Weiterentwicklungsbedarf besteht. Die Wirksamkeit des derzeitigen EU-Flottenverbrauchslimits sollte erhöht werden, indem die sogenannten "Super-Credits" abgeschafft werden und die Europäische Union (EU) außerdem ihr Punktesystem so ändert,  dass die Größe von Pkw und nicht deren Gewicht als Berechnungsgrundlage dient. Darüber hinaus sollten die Zielwerte im Vergleich zum vorliegenden Vorschlag verschärft und die zugrunde liegenden Angaben zum Kraftstoffverbrauch an die realen Werte angepasst werden.

Kraftstoffsteuern sind eine effektive Möglichkeit, Verbraucher dazu zu bringen, energieeffiziente Autos zu kaufen. Ein starker Anstieg wird jedoch nicht unbedingt die gewünschte Wirkung mit sich bringen. Stattdessen sollten die Mitgliedstaaten ihre Verbrauchsteuern auf dem Level derjenigen Mitgliedstaaten harmonisieren, die derzeit die höchsten Steuern erheben (Niederlande, Italien). Dies beinhaltet die Abschaffung jeglicher Dieselsteuerboni. Eine Einführung und Harmonisierung der Kfz-Steuern (für die Anschaffung und den Umlauf von Kfz) sollte auf dem Energieverbrauch eines Fahrzeugs basieren. Darüber hinaus sollten Reformbemühungen darauf abzielen, die Besteuerung von Firmenwagen so zu verändern, dass Fahrzeuggrößen im Laufe der Zeit reduziert werden.

Eine weitere Möglichkeit bestünde für ambitionierte EU-Mitgliedstaaten darin, eine Verkaufsquote für Elektrofahrzeuge einzuführen. Verkaufsquoten stellen ein sehr kosteneffizientes Politikinstrument unter der Bedingung dar, dass die einzuführende Technologie einen bestimmten Marktanteil erreicht. Letzteres kann für batteriebetriebene Elektrofahrzeuge angenommen werden. Weitere unterstützende Instrumente, die in Betracht gezogen werden sollten, sind eine Ökokennzeichnung, grüne öffentliche Beschaffung, sowie Kaufanreize. Da die Wirksamkeit von Kaufanreizen jedoch umstritten ist, sollte deren Umsetzung daher nicht prioritär geschehen.

 

Matthias Damert, Frederic Rudolph:

Policy Options for a Decarbonisation of Passenger Cars in the EU
Recommendations Based on a Literature Review

Wuppertal Paper Nr. 193 (Februar 2018)


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