Sieger des Deutschen Nachhaltigkeitspreises stehen fest

Münster, Eschweiler und Saerbeck gewinnen Wettbewerb für Städte und Gemeinden 2019

Nachhaltigkeit
  • News 03.08.2018
Für den 11. Deutschen Nachhaltigkeitspreis gehen aus neun nominierten Kommunen drei Siegerstädte hervor. Foto: Frank Fendler

Zum ersten Mal kommen alle Sieger des Deutschen Nachhaltigkeitspreises (DNP) für Städte und Gemeinden aus Nordrhein-Westfalen. Am 7. Dezember 2018 stellen die Siegerstädte Münster, Eschweiler und Saerbeck während des Deutschen Nachhaltigkeitstages in Düsseldorf ihre nachhaltigen Projektideen vor, für die sie das Preisgeld einsetzen wollen.
Professor Dr. Uwe Schneidewind, Präsident des Wuppertal Instituts, ist Mitglied der Expertenjury. Die stellvertretende Leiterin Dr. Carolin Baedeker und der wissenschaftliche Mitarbeiter Markus Kühlert aus der Abteilung Nachhaltiges Produzieren und Konsumieren am Wuppertal Institut sind Mitglieder des Assessment-Teams.

Aus Sicht der Jury ist Münster ein wichtiger Vorreiter der kommunalen Nachhaltigkeit. Entscheidungen werden von Politik, Verwaltung und Bürger im Sinne des sogenannten "Münster-Konsens" gemeinschaftlich und beteiligungsorientiert getroffen. Die Friedensstadt prüft jede ihrer Entscheidungen auf ihre "Enkeltauglichkeit". Werthaltige, einkommensunabhängige Angebote sollen dauerhaft die Lebensqualität aller Bewohnerinnen und Bewohner sichern und den Handlungsspielraum künftiger Generationen erhalten oder vergrößern.

Die Stadt Eschweiler nahe Aachen genießt wirtschaftlichen Wohlstand, soziale Sicherheit und die Stabilisierung der Ökosysteme als Eckpfeiler ihrer Nachhaltigkeitsstrategie definiert. Für die Stadt, die sich den Herausforderungen des Strukturwandels aus Sicht der Jury besonders erfolgreich stellt, besteht ein weiteres Ziel in der Übernahme globaler Verantwortung. Die Städtepartnerschaft mit Alta Floresta in Brasilien ist nur ein Beispiel für das starke Engagement in diesem Bereich. Die multikulturelle Stadt legt größten Wert auf die Wahrung des sozialen Friedens, beispielsweise durch die Schaffung von Arbeitsplätzen für alle Qualifizierungsstufen und bezahlbaren Wohnraum.

Ausgehend von der Vision, die kommunale Energieversorgung ohne fossile Energieträger zu gestalten, verfolgt die Gemeinde Saerbeck seit 2009 einen ambitionierten Weg der lokalen Energiewende. Leuchtturmprojekt ist der dortige Bioenergiepark: Auf dem 90 Hektar großen Gelände erzeugt die Kommune Energie aus Wind, Sonne und Biomasse. Beeindruckend ist aus Sicht der Jury auch die nationale und internationale Strahlkraft der kleinen Kommune. Am außerschulischen Lernstandort "Saerbecker Energiewelten" setzen sich Schülerinnen und Schüler mit regenerativer Energieerzeugung auseinander, durch die intensive Zusammenarbeit mit Partnern – unter anderem in Japan und den USA – kann Saerbeck seine Erfahrungen praxisnah vermitteln und inspiriert zur Nachahmung.

Seit 2012 wird der Deutsche Nachhaltigkeitspreis von der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e. V. vergeben. Die Preisträgerinnen und Preisträger erhalten eine Fördersumme von jeweils 30.000 Euro für Projekte zur nachhaltigen Stadtentwicklung von der Allianz Umweltstiftung. Die Preisübergabe findet in diesem Jahr erstmals in den Kommunen statt.

Weitere Informationen und ausführliche Jurybegründungen sind im nachfolgenden Link zu finden.