Prof. Dr. Hermann Ott verlässt das Wuppertal Institut

Der Klimaforscher wechselt zur internationalen Anwaltskanzlei ClientEarth

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  • News 30.08.2018
Prof. Dr. Hermann E. Ott
Ab 1. September 2018 wird Prof. Dr. Hermann E. Ott das deutsche Büro der Umweltrechtsorganisation ClientEarth aufbauen. Quelle: Wuppertal Institut/S. Michaelis

Ab 1. September wird Prof. Dr. Hermann E. Ott für die gemeinnützige Umweltrechtsorganisation ClientEarth arbeiten und in Berlin das deutsche Büro aufbauen. ClientEarth arbeitet mit rechtlichen Instrumenten, um die Umwelt beziehungsweise das Klima zu schützen. Die Organisation unterstützt beispielsweise Klagen der Deutschen Umwelthilfe e. V. gegenüber zwanzig Städten, damit die Bürgerinnen und Bürger vor gesundheitsschädlichen Stickoxiden aus Dieselabgasen geschützt werden. Ein Erfolg der Umweltrechtsorganisation war kürzlich ein Urteil am Europäischen Gerichtshof, das die Abholzung der letzten Urwälder beziehungsweise dessen Lizensierung gerichtlich untersagt.
Neben den Büros in London, Brüssel, Peking, New York und Warschau soll das Berliner Büro den vielfältigen, aber bisher wenig koordinierten juristische Aktivitäten verschiedener Umweltorganisationen eine Plattform bieten.

Hermann E. Ott studierte Politik- und Rechtswissenschaft in München, London und Berlin. Er absolvierte das juristische Referendariat bei der Europäischen Kommission in Brüssel in dessen Umweltbereich, in Nairobi beim Ozon-Sekretariat des UN-Umweltprogramms (UNEP) und in der Kanzlei Schily – Becker – Geulen. In dieser Kanzlei arbeitete er nach dem 2. juristischen Staatsexamen als Anwalt in den Bereichen Umwelt- und Strafrecht. Seine Promotion zum Dr. jur. erwarb er mit einer Doktorarbeit zu "Umweltregimen im Völkerrecht".
Seit 1994 arbeitete Hermann Ott in verschiedenen Funktionen für das Wuppertal Institut, zunächst als Projektleiter in der Abteilung Klimapolitik. Die Abteilung leitete er ab 1998 kommissarisch für drei Jahre und übernahm diese dann als Direktor bis 2004. Ab 2004 baute Hermann Ott das Berliner Büro des Wuppertal Instituts auf und war bis 2009 dessen Leiter. Von 2009 bis 2013 wechselte er in die Politik und war für vier Jahre Abgeordneter der Partei Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag. Seit 2014 arbeitete er wieder für das Wuppertal Institut als Senior Advisor für globale Nachhaltigkeits- und Wohlfahrtstrategien.

Vor zwei Jahren wurde Hermann E. Ott zum Honorarprofessor an der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde für "Global Sustainability Strategies and Governance" ernannt. Ehrenamtlich ist er seit 2016 Vorstandsmitglied des Deutschen Naturschutzrings, zuvor war er von 2001 bis 2007 im Aufsichtsrat von Greenpeace aktiv. Zu seinen Arbeitsschwerpunkten gehören alle Aspekte der Nachhaltigkeits-, Klima- und Umweltpolitik – insbesondere das Völkerrecht und internationale Politik – sowie die Governance einer Postwachstumsgesellschaft.

"Seit über 20 Jahren hat Hermann Ott die Arbeit des Wuppertal Instituts und die nationale bzw. internationale Klimadebatte mit seinen Impulsen immer wieder geprägt. Wir danken ihm für sein Engagement und wünschen ihm viel Erfolg für seine neue Aufgabe", sagt Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Präsident des Wuppertal Instituts.
Seine Erfahrungen als Jurist und Anwalt, als Umweltwissenschaftler des Wuppertal Instituts und als Aktiver in Politik und Zivilgesellschaft möchte er in seine neue Tätigkeit einbringen: "Das Wuppertal Institut hat mich sehr geprägt und ich denke mit großer Dankbarkeit an viele exzellente Kolleginnen und Kollegen, mit denen ich zusammenarbeiten durfte. Ich freue mich sehr auf die neue Herausforderung. Mit ClientEarth kann ich die Akteure der Zivilgesellschaft dabei unterstützen, den Wandel für eine klimagerechte Energie-, Verkehrs- und Landwirtschaftspolitik entscheidend zu beschleunigen", sagt Hermann Ott über seine anstehende Aufgabe.


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