Start der Initiative "IN4climate.NRW"

Bundesweite Initiative für zukunftsfähige und klimaneutrale Industrie

Industrie
  • News 12.09.2018
Landespressekonferenz IN4climateNRW
Landespressekonferenz zum Start der Initiative IN4climate.NRW – im Bild (v. l. n. r.): Prof. Dr.-Ing. Manfred Fischedick (Vizepräsident Wuppertal Institut), Dr. Klaus Schäfer (CTO Covestro AG), Minister Prof. Dr. Andreas Pinkwart (MWIDE), Andreas Goss (CEO thyssenkrupp Steel) und Jochen Trum (Landespressekonferenz NRW/WDR). Quelle: Oliver Blaha, MWIDE

Wie kann die Industrie in Nordrhein-Westfalen ihre Wettbewerbsfähigkeit erhalten, zusätzliches Wachstum erzeugen und gleichzeitig zur Erreichung der Pariser Klimaschutzziele beitragen? Die dazu nötigen Strategien wollen Expertinnen und Experten aus Unternehmen und Wirtschaftsverbänden, Wissenschaft und Verwaltung in den kommenden vier Jahren unter dem Dach von "IN4climate.NRW" erarbeiten. Diese bundesweit erste Initiative dieser Art stellte Wirtschafts- und Energieminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart am 11. September 2018 im Kabinett vor. 
Mit dieser neuen Initiative bündelt die Landesregierung in bisher einzigartiger Weise die Kräfte, um Nordrhein-Westfalen zu einem zukunftsfähigen und langfristig klimaneutralen Industriestandort zu machen. IN4climate.NRW soll Impulse für die Entwicklung innovativer Technologien und branchenübergreifender Initiativen geben und Vorhaben anstoßen, die einen konkreten Beitrag zum Klimaschutz im Land leisten.
Das Wuppertal Institut hat mit verschiedenen Projekten, unter anderem mit dem Projekt "Landscaping – Untersuchung der Anforderung an die energieintensive Wirtschaft und den Standort NRW im Übergang zu einem weitgehend auf erneuerbaren Energien basierenden Energiesystem der Zukunft", in den vergangenen Jahren maßgeblich dazu beigetragen, die Initiative vorzubereiten und zentrale Themen für die Arbeitsagenda zu identifizieren.

"Nordrhein-Westfalen ist ein stolzes Industrieland, das in den vergangenen eineinhalb Jahrhunderten eine Vielzahl an innovativen Produkten hervorgebracht hat, die in der ganzen Welt zum Einsatz kommen. Unsere gemeinsame Verantwortung für die Erreichung der internationalen Klimaschutzziele macht es notwendig, diesen innovativen Geist zu stärken und unser Land zu einem zukunftsorientierten und klimafreundlichen Industriestandort weiterzuentwickeln, der mit den weltbesten Wettbewerbern mithalten kann. Um die dafür nötigen Sprunginnovationen auszulösen, haben wir jetzt die Initiative IN4climate.NRW gestartet", sagt Minister Pinkwart.

Industrieunternehmen, Wissenschaft und Landesregierung arbeiten in diesem Rahmen in sogenannten Innovationsteams daran, neue Zukunftsvisionen und Wege für eine treibhausgasneutrale Produktion und die Herstellung klimafreundlicher Produkte zu erarbeiten. Neue Produktionsprozesse, durch die weniger Treibhausgase entstehen, können – auch vor dem Hintergrund steigender Preise für Emissionszertifikate – zu einem wichtigen Schlüssel für eine auch in Zukunft wettbewerbsfähige Industrie in Nordrhein-Westfalen werden.

Unterstützung erhält die Initiative derzeit bereits von 16 Industrieunternehmen und Verbänden. Zu den Gründungsmitgliedern gehören unter anderem thyssenkrupp Steel Europe und die Covestro AG. Die Wissenschaft wird den Prozess intensiv begleiten und ihre Expertise über ein wissenschaftliches Kompetenzzentrum einbringen.
Prof. Dr.-Ing. Manfred Fischedick, Vizepräsident des Wuppertal Instituts, sagt: "Um den Treibhausgasausstoß der energieintensiven Industrie zu senken, die global für rund 20 Prozent der gesamten Emissionen verantwortlich ist, braucht es neue, innovative Produkte und Prozesse und eine verstärkte branchenübergreifende Zusammenarbeit. Derartige Konzepte entstehen weder im Tagesgeschäft der Wirtschaft, noch allein in den Laboren und an den Schreibtischen der Wissenschaft. IN4climate.NRW bietet die notwendige Plattform und den Freiraum, um in enger Zusammenarbeit von Industrie und Wissenschaft entsprechende Ideen zu generieren, konkrete Entwicklungsimpulse zu geben und auf ihre Umsetzung im wettbewerblichen Umfeld zu prüfen."

Die Finanzierung der zunächst auf vier Jahre angelegten und mit 16 Millionen Euro ausgestatteten Initiative übernimmt das Land Nordrhein-Westfalen. IN4climate.NRW soll Fördermittel von Bund und der Europäischen Union in zwei- bis dreistelliger Millionenhöhe für innovative Industrieprojekte mobilisieren.