Impulspapier zur nachhaltigen Entwicklung erschienen

Nachhaltigkeit: Agenda 2030 als Herausforderung für die Kirchen

Publikation
  • News 01.10.2018

Die Evangelische Kirche (EKD) will beim Thema Nachhaltigkeit "Mahnerin, Mittlerin und Motor" sein. Das geht aus einem EKD-Impulspapier "Geliehen ist der Stern, auf dem wir leben" hervor, das Prof. Dr. Uwe Schneidewind, Vorsitzender der EKD-Kammer und Präsident des Wuppertal Instituts, am 26. September 2018 in Berlin vorstellte. Es beschäftigt sich mit der "Agenda 2030 als Herausforderung für die Kirchen" und wurde von der EKD-Kammer für nachhaltige Entwicklung erabeitet. Schneidewind zufolge bietet das Impulspapier einen Wertekompass für nachhaltige Entwicklung. Die evangelische Kirche wolle sich selbstbewusst in die ökologischen Debatten einbringen.
In dem 78 Seiten umfassenden Papier heißt es: "'Weiter so' geht nicht." In vielen Fällen wäre weniger mehr – "weniger Feinstaub, weniger Müll, weniger Lärm, weniger betonierte Flächen, weniger Ausgrenzung, weniger Antibiotika in der Tierhaltung, weniger Zerstörung der Artenvielfalt". Die EKD setze sich für eine "Ethik des Genug" sowie eine Begrenzung der eigenen Möglichkeiten ein, etwa durch den Verzicht auf Konsum und Gewinn. Das eigene Handeln dürfe nicht zur Belastung anderer Menschen, der Umwelt oder der Tiere werden. Die Menschheit müsse Wege finden, innerhalb der ökologischen Grenzen des Planeten zu leben.

Ausstieg aus der Kohleförderung und weniger Flugreisen

Die EKD bekräftigt in dem Papier die 2015 von den Vereinten Nationen als Selbstverpflichtung beschlossene "Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung". Sie sieht eine "umfassende Transformation" der Welt vor. So soll der Klimawandel bekämpft und bis 2030 extreme Armut komplett beendet werden. Derzeit sind weltweit über 800 Millionen Menschen von Hunger bedroht. Die EKD spricht sich in dem Papier dafür aus, in der  Entwicklungshilfe kleinbäuerliche Familienbetriebe zu fördern. Zudem empfiehlt sie, aus der Kohleförderung sowie der Nutzung von Atomenergie auszusteigen und Flugreisen zu reduzieren.