Staus besser einschätzen lernen

Paper über praxistaugliche Instrumente zur Minderung übermäßiger Staubelastung

Stau
  • News 16.11.2018

Verkehrsstau stellt in vielen Städten der Welt aufgrund zunehmender Urbanisierung und dem damit verbundenen erhöhten Verkehrsaufkommen ein wachsendes Problem dar. Im Fokus des traditionellen Verständnisses von Stauvermeidung steht der motorisierte Individualverkehr. Aus diesem Grund konzentrieren sich Maßnahmen zur Reduktion von Verkehrsdichte nach wie vor häufig darauf, mehr Platz für Autos zu schaffen. Der zusätzlich geschaffene Straßenraum kann jedoch mittel- bis langfristig zu mehr Nachfrage nach Pkw-Mobilität führen und in der Konsequenz kann das Ausmaß städtischer Pkw-Überlastung noch drastischer werden.

Dr.-Ing. Frederic Rudolph, Projektleiter in der Abteilung Energie-, Verkehrs- und Klimapolitik im Forschungsbereich Internationale Mobilität am Wuppertal Institut, und Tamás Mátrai, Doktorand der Budapest University of Technology and Economics, haben das Verständnis von Stau aus der Perspektive unterschiedlicher Disziplinen in ihrem Paper "Congestion from a Multimodal Perspective" untersucht und plädieren für eine multimodale Herangehensweise.

Der Artikel untersucht den multimodalen Charakter von Stauvermeidung und Verkehrsleistung auf städtischer Ebene mit dem Ziel, praxisnahe und politische Instrumente zu entwickeln, welche die negativen Effekte hoher Verkehrsnachfrage unabhängig vom Verkehrsmittel abmildern. Dazu gehen die Autoren im Paper auf das Verständnis zu der Frage ein, wie Stau und Stauvermeidung in verschiedenen Disziplinen definiert und in relevanten ingenieurwissenschaftlichen und mikroökonomischen Studien angewendet wird. Ihre Untersuchung zeigt die Hauptbereiche, in denen der Widerspruch zwischen ingenieurwissenschaftlichen und ökonomischen Ansätzen identifiziert werden kann. In einem zweiten Schritt untersuchen sie die Ergebnisse einer Expertenbefragung zu den Prinzipien der Stauanalyse aus einer multimodalen Perspektive.

Die Schlussfolgerungen: Die Autoren weisen in ihrem Artikel zuerst auf die Probleme hin, die entstehen, wenn das Verständnis von Stau zu eng gefasst wird. Zweitens werden die Prinzipien multimodaler Stauanalysen neu operationalisiert, um es Entscheidungsträgerinnen und -trägern zu ermöglichen, die Auswirkungen der städtischen Verkehrsmaßnahmen von Staus besser zu bewerten.

Der vollständige Artikel ist im nachfolgenden Link zu finden.