Klimaschutzbeitrag maximieren

Workshop-Bericht zum Artikel-6.4-Mechanismus im Auftrag des Umweltbundesamtes

Workshop
  • News 04.01.2019

Ende Oktober 2018 organisierten das Wuppertal Institut, INFRAS und das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI im Auftrag des Umweltbundesamtes (UBA) in Berlin den Workshop "Maximising the Mitigation Impact of the Article 6.4 Mechanism". Jetzt steht der Workshop-Bericht zum Download zur Verfügung.

Unter Artikel 6.4 etablierte das Pariser Klimaabkommen einen neuen Mechanismus, der Emissionsreduktionen und nachhaltige Entwicklung fördern soll. Artikel 6 des Pariser Abkommens verlangt einen Paradigmenwechsel für marktbasierte Mechanismen. Unter dem Kyoto-Protokoll konnten alle Emissionsreduktionen, die mit seinen flexiblen Mechanismen erzielt wurden, vom Käuferland auf sein Emissionsziel angerechnet werden. Der Netto-Nutzen für das Klima lag bei Null. Unter dem Pariser Abkommen soll marktbasierte Zusammenarbeit dazu führen, dass mehr Emissionen reduziert werden, als wenn Artikel 6 nicht genutzt würde.

Das Wuppertal Institut, INFRAS und Fraunhofer ISI bearbeiten derzeit im Auftrag des UBA das Forschungsprojekt "Article 6 Design Options". Das Forscherteam entwickelt innerhalb des Projekts Optionen, um den Nutzen des Artikel 6.4-Mechanismus zu maximieren. Der Workshop diente dazu, die Ergebnisse des Projekts und nächste Schritte für den Mechanismus zu diskutieren. Der Workshop diskutierte insbesondere die folgenden Fragen: Welche Optionen bestehen, um eine globale Gesamtminderung der Emissionen zu erreichen? Wie kann der Artikel 6.4-Mechanismus dazu beitragen, den Ehrgeiz der Klimaschutzanstrengungen zu verstärken? Welche Rolle kann der freiwillige Kohlenstoffmarkt unter den neuen Rahmenbedingungen des Pariser Abkommens spielen? Können Baselines für Maßnahmen unter Artikel 6 auf der Basis der Werte der besten verfügbaren Technik (BVT) bestimmt werden?

Ergebnisse der Diskussionen beim Workshop waren unter anderem:

  • Die Hauptoptionen, um eine globale Gesamtminderung der Emissionen zu erreichen, sind Löschung oder Diskontierung von Emissionsreduktionen, eine Verkürzung der Zeiträume für die Erzeugung von Gutschriften, sowie stringente Baselines. Die Teilnehmenden des Workshops bevorzugten einfache Lösungen wie Löschungen oder Diskontierung ohne Differenzierung nach Art oder dem Gastgeberland der Maßnahme.
  • Es stehen mehrere Strategien zur Verfügung, um eine Steigerung des klimapolitischen Ehrgeiz durch den Artikel-6.4-Mechanismus zu fördern. Diese Strategien beinhalten bspw. strenge Transparenzregeln, strenge Voraussetzungen für die Teilnahme an dem Mechanismus, oder Kapazitätsaufbau. Da es vermutlich politisch schwierig ist, Maßnahmen wie strenge Teilnahmekriterien zu vereinbaren, sollten alle Strategien verfolgt werden.
  • Welche Aussagen zu Klimaschutzmaßnahmen im freiwilligen Markt gemacht werden können hängt nicht nur von der Qualität der einzelnen Maßnahmen ab, sondern auch von der Qualität der nationalen Klimaschutzbeiträge der Länder, in denen die Maßnahmen statt finden. Es bestehen erhebliche Reputationsrisiken, wenn ein NDC (Nationally Determined Contribution), also national festgelegte Beiträge, dessen Umsetzung unterstützt wird, schwach ist, oder die einzelne Klimaschutzmaßnahme nicht ehrgeizig ist.
  • Für die meisten Sektoren ist es nicht möglich, globale BVT-Benchmarks zu definieren. Als Alternative hierzu ließe sich die Arbeit zu Standardwerten im "Clean Development Mechanism" des Kyoto-Protokolls weiterführen.

Der Workshop-Bericht ist als Download im nachfolgenden Link verfügbar.