Indikatoren berechnen materiellen Fußabdruck

Paper über neue Methoden, die Trends in der Ressourcennutzung bewerten

  • News 11.02.2019

Das zwölfte Ziel für eine nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goal, SDG 12) fordert einen verantwortungsvollen Umgang mit Produktion und Konsum. Ein in diesem Ziel genannter Indikator für die Ressourcennutzung ist der nationale Material Footprint (Rohstoffnutzung pro Land und Einwohner). Bislang gibt es jedoch keine Methode, die diesen Material Footprint für unterschiedliche relevante gesellschaftliche Gruppen oder nach Verbrauchsfeldern und Branchen aufschlüsselt. Allerdings lassen sich nur so Politiken maßgeschneidert entwickeln, welche die Ressourcennutzung positiv und nachhaltig beeinflussen – ohne die Rahmenbedingungen von Konsumierenden aus den Augen zu verlieren. 

Das kürzlich veröffentlichte Paper "Measure or Management? – Resource Use Indicators for Policymakers based on Microdata by Households" beschreibt zwei unterschiedliche Lösungswege für diese Anforderung. Zum Autorenteam gehören Dr. Johannes Buhl, Prof. Dr. Christa Liedtke, Jens Teubler, Katrin Bienge und Nicholas Schmidt aus der Abteilung Nachhaltiges Produzieren und Konsumieren am Wuppertal Institut. Sie beschreiben, dass unter Einsatz sogenannter Mikrodaten – Konsumindikator basierend auf sozioökonomischen Statistiken – sowie ergänzender empirischer Daten aus einer Online-Befragung (Lifestyle Footprint) ein differenziertes Bild des Konsums lebensstil- und branchenbezogen und seiner Umweltwirkungen ableiten lässt. 

Auf Mikrodaten basierende Indikatoren stellen sicher, dass Konsummuster nach sozioökonomischen Merkmalen wie Alter, Geschlecht, Einkommen oder geografischer Lage aufgelöst werden können. Daten aus Online-Befragungen ermöglichen wiederrum die gezielte Abfrage von relevanten Trends und Entwicklungen für die Forschung. Die Kombination beider Methoden ermöglicht es Forscherinnen und Forschern sowie Politikerinnen und Politikern Trends in der Ressourcennutzung zu bewerten und zwischen Produktgruppen, Lebensstilen und sozioökonomischen Merkmalen zu unterscheiden. Auf diese Weise lässt sich ein nachhaltiger Konsum fördern, der auf die Bedürfnisse und Beschränkungen der Haushalte abgestimmt ist.

Der Artikel ist im MDPI Journal Sustainability (Volume 10, Issue 12) erschienen und im nachfolgenden Link abrufbar.


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