Top-Ten-Publikationen 2018

Die zehn besten referierten Publikationen des Wuppertal Instituts des vergangenen Jahres

Publikationen
  • News 14.02.2019

Das Wuppertal Institut hat die zehn wichtigsten seiner wissenschaftlichen Publikationen des vergangenen Jahres zusammengetragen. Die referierten Artikel geben einen Einblick in den Stand der internationalen Forschungsarbeit und den transdisziplinären Forschungsansatz des Instituts.

Modellierung und transdisziplinäre Methoden

Um die Rolle der städtischen Gebiete und ihren Beitrag zur Dekarbonisierung verstehen zu können, muss, so argumentiert das Autorenteam der Abteilungen Zukünftige Energie- und Mobilitätsstrukturen und Energie-, Verkehrs- und Klimapolitik, der jeweilige Kontext berücksichtigt werden. Anhand eines konzeptionellen Rahmens zeigen sie auf, in welcher Weise städtische Aktivitäten zu einer kohlenstoffarmen Zukunft beitragen können und geben am Beispiel der Stadt Köln konkrete Handlungsmöglichkeiten für regionale und lokale Regierungsakteurinnen und -akteure.

Der Artikel von Sascha Samadi, wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Zukünftige Energie- und Mobilitätsstrukturen am Wuppertal Institut, behandelt die Literatur zur Erfahrungskurventheorie sowie empirische Nachweise im Bereich der Technologien zur Stromerzeugung. Seine Ergebnisse belegen, dass es ein auffallend starkes – negatives – Verhältnis zwischen Erfahrung und Kosten über mehrere Jahrzehnte für manche Stromerzeugungstechnologien gibt, hauptsächlich für kleinskalige Modultechnologien.

Das Autorenteam aus der Abteilung Zukünftige Energie- und Mobilitätsstrukturen am Wuppertal Institut untersuchte in ihrem Paper die Diskrepanz zwischen der großen Anzahl von dezentralen Energieprojekten, die in Entwicklungs- und Schwellenländern implementiert wurden, und dem geringen Wissen, welchen Beitrag diese Projekte zur nachhaltigen Entwicklung leisten. Hierfür wurden über 30 Energieentwicklungsprojekte mit Blick auf ihren Impact evaluiert. Die Ergebnisse zeigen, wie wichtig die Berücksichtigung der sozialen, kulturellen, wirtschaftlichen und ökologischen Aspekte sind. 

Trotz der großen Diskussion um das mögliche Potenzial der Carbon-Capture-Storage-Technologie (CSS), trägt die Technologie noch verhältnismäßig wenig zur Vermeidung von Treibhausgasen bei. Mit einer bibliographischen Kopplung untersuchte Dr. Peter Viebahn aus der Abteilung Zukünftige Energie- und Mobilitätsstrukturen am Wuppertal Institut und Emile J. L. Chappin, Assistenzprofessor an der Delft University of Technology, ob die aktuelle CCS-Forschung die unterschiedlichen Aspekte der Technologie ausreichend berücksichtigt. Sie stellten fest, dass in der Forschung technische Fragestellungen im Vergleich zu den nicht-technischen Fragestellungen wie beispielsweise die öffentliche Wahrnehmung oder Regulierungen deutlich dominieren (63 Prozent).

Obwohl bereits Definitionen und Verständnisse zu dem Forschungsansatz "Reallabore" existieren, fehlt es noch an Richtlinien und verfahrenstechnischen Qualitätskriterien für die Einrichtung und den Betrieb von Reallaboren. Diese Forschungslücke wurde von einem Autorenteam unter anderem aus der Abteilung Nachhaltiges Produzieren und Konsumieren am Wuppertal Institut anhand einer Analyse verwandter und etablierter Forschungsansätze geschlossen und zentrale Charakteristika in ein allgemeingültiges Ablaufschema übertragen.

Klima-, Energie- und Ressourcenwende

Welche Rolle kommt transnationalen Akteurinnen und Akteuren – wie etwa Städtenetzwerke, Unternehmensinitiativen oder Verbünde von Regionen und Bundesstaaten – in den Verhandlungsprozessen um die Klimakonferenz zu? Antworten auf diese Frage liefert Lukas Hermwille, Projektleiter in der Abteilung Energie-, Verkehrs- und Klimapolitik am Wuppertal Institut, in seiner Publikation.

Um energiearme Haushalte effektiver identifizieren zu können und sicherzustellen, dass die knappen kommunalen und nationalen Budgets bei den Bedürftigsten Abhilfe schaffen, können flächenbezogene Herangehensweisen Hilfestellungen für adäquate Politikmaßnahmen geben. Die Analyse von Steven März, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abteilung Energie-, Verkehrs- und Klimapolitik, bietet Einblick in die räumlichen Muster der Energiearmut innerhalb einer Stadt (am Beispiel Oberhausen) und damit die Möglichkeit, Bemühungen auf jene Haushalte in Stadtteilen, die am bedürftigsten sind, zu konzentrieren.

Mit dem Ziel, die Muster des Ressourcenverbrauchs in Bezug auf die Ausstattung deutscher Haushalte zu erkennen, identifizierte ein Autorenteam der Abteilung Nachhaltiges Produzieren und Konsumieren über eine Clusteranalyse und eine Materialflussberechnung sowie die Einbeziehung soziodemographischer Daten sieben verschiedene Haushaltstypen und die dazugehörenden Ressourcenverbräuche bestimmen. In der Untersuchung zeigte sich unter anderem, dass der Besitz eines Autos maßgeblich den Ressourcenverbrauch bestimmt.

Prepaid-Stromzähler, die die Kunden ähnlich wie beim Mobiltelefon aufladen können, sollen finanzschwachen Kunden unter anderem eine bessere Kontrolle ihres Stromverbrauchs ermöglichen und auf diese Weise auf das Problem Energiearmut reagieren. Ein Autorenteam der Abteilung Energie-, Verkehrs- und Klimapolitik stellen in ihrer Veröffentlichung die Ergebnisse der ersten wissenschaftlichen Umfrage Deutschlands über Erfahrungen mit dem Einsatz von Prepaid-Zählern vor.

Sektorbezogene Wenden: Mobilität

Der Autor Kain Glensor, wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Energie-, Verkehrs- und Klimapolitik, hat einen Barrierefreiheit-Vulnerabilitäts-Index für Verkehrsteilnehmende entwickelt, der sowohl individuelle Vulnerabilitäts- bzw. Verletzbarkeitsaspekte wie bspw. eine Behinderung als auch die "Mehrdimensionalität" der Vulnerabilität berücksichtigt. Mithilfe des Index zeigte sich am Beispiel der Stadt Enschede, dass 1 bis 54 Prozent der Befragten eine gewisse Vulnerabilität aufweisen und 23 bis 36 Prozent der Befragten als gefährdet betrachtet werden können.

Weitere Informationen zu den Top-Ten-Publikationen sind im nachfolgenden Link zu finden.


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