CSS-Forschung gut aufgestellt, aber ausbaufähig

Bibliografische Analyse versucht, die Kluft zwischen erwartetem und tatsächlichem Einsatz von Carbon Capture and Storage zu erklären

Publikation
  • News 18.02.2019

In den kommenden Jahrzehnten müssen die Treibhausgasemissionen deutlich reduziert werden, um die Folgen der vom Menschen verursachten globalen Erwärmung einzudämmen. Seit über 20 Jahren wird die CO2-Abscheidung und -Ablagerung – auch Carbon Capture and Storage (CCS) genannt – mehr oder weniger intensiv als eine Technologie diskutiert, die dazu beitragen kann, die Treibhausgasemissionen wesentlich zu reduzieren. CSS umfasst die Abscheidung von Kohlendioxid-Emissionen aus fossil befeuerten Kraftwerken oder industriellen Quellen sowie die Speicherung des Kohlendioxids unter Tage – wie etwa in tiefen, salzhaltigen wasserführenden Schichten, sogenannte Aquifere.

Die Erwartungen an einen globalen Einsatz dieser Technologie sind hoch. Allerdings gibt es weltweit nur zwei Großkraftwerke, die zusammen 2,4 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr abscheiden. Für dieses Missverhältnis zwischen erwartetem und realisiertem Einsatz werden unterschiedliche Gründe diskutiert. Dr. Peter Viebahn, stellvertretender Leiter der Abteilung Zukünftige Energie- und Mobilitätsstruktuen am Wuppertal Institut, und Emile J. L. Chappin, Assistenzprofessor an der Delft University of Technology, haben mittels einer bibliografischen Analyse untersucht, ob die aktuelle CCS-Forschung breit genug aufgestellt ist, um diesen Aspekten, die meist nicht-technischer Natur sind, zu begegnen. Ihre Analyse "Scrutinising the Gap between the Expected and Actual Deployment of Carbon Capture and Storage – A Bibliometric Analysis" zeigt, dass die technische Forschung mit 69 Prozent aller wissenschaftlichen Artikel dominiert. Nicht weniger als 31 Prozent der Beiträge befassen sich allerdings auch mit nicht-technischen Fragestellungen. In diesen liegt der Fokus insbesondere auf der öffentlichen Akzeptanz, der Politik und Regulierung sowie einem umfassenden Fokus auf die Anwendung von CCS auf regionaler oder nationaler Ebene.

Während die Forschung zunehmend versucht, die skizzierten Probleme auch aus nicht-technischer Sicht zu hinterfragen und Lösungen zu finden, sollte zusätzlich der Anteil der Arbeiten, die einen ganzheitlichen Ansatz verfolgen, erhöht werden. Erst hiermit kann den Herausforderungen begegnet werden, wie sie bei der Transformation eines komplexen Energiesystems auftreten. "Weiterhin könnte es sinnvoll sein, eine Vielzahl von Interessengruppen in die Forschung mit einzubeziehen, um eine breite Basis zur Entwicklung und Umsetzung von CCS-Einsatzstrategien zu ermöglichen", sagt Peter Viebahn.

Der vollständige Artikel ist im nachfolgenden Link zu finden.