Ausgleichszertifikate für CO2-Steuern

Potenzielle Auswirkungen inländischer Kompensationskomponenten in CO2-Steuern auf die Minderung nationaler Emissionen

  • News 31.05.2019

Die Nutzung von Instrumenten zur Kohlenstoffbepreisung ist derzeit auf dem Vormarsch. In letzter Zeit hat sie innovative Hybridformen hervorgebracht: Dazu gehören CO2-Steuern, die den Gebrauch von Kompensationszertifikaten aus Emissionsquellen gestatten, die nicht von der CO2-Steuer abgedeckt sind.
In der Studie "The potential impacts of a domestic offset component in a carbon tax on mitigation of national emissions", verfolgen Hanna Wang-Helmreich und Nicolas Kreibich aus dem Forschungsbereich Internationale Klimapolitik in der Abteilung Energie-, Verkehrs- und Klimapolitik am Wuppertal Institut das Ziel, eine bedeutende Wissenslücke in der bestehenden Literatur zu schließen. Dafür untersuchten sie die möglichen Auswirkungen von inländischen Kompensationskomponenten in CO2-Steuern auf die Minderung nationaler Emissionen.
Ihre Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Einsatz von Kompensationszertifikaten in CO2-Steuern die Minderung der nationalen Emissionen sowohl positiv – etwa wegen realer Emissionsminderungen in Kompensationsprojekten oder positiver Spillover-Effekte als Verhandlungsmasse in politischen Verhandlungen – als auch negativ beeinflussen kann. Dies könnte entstehen durch eine Gefährdung der ökologischen Integrität, Emissionsanstieg in Emissionsquellen, die von der CO2-Steuer abgedeckt sind, Lock-in-Effekte, Widerstand gegen weitere Klimaschutzmaßnahmen für Emissionsquellen, die Kompensationszertifikate generieren, genereller Widerstand gegen Kompensationen, der sogar die Einführung der gesamten CO2-Steuer verhindern kann.

Die Studie identifiziert Optionen, die genutzt werden könnten, um die potenziellen positiven Auswirkungen der Einführung einer Kompensationskomponente für eine CO2-Steuer zu erhöhen und damit verbundene Risiken zu mindern. Hierbei verweist sie gegebenenfalls auf die Länderbeispiele.

Erschienen ist der Artikel in der Zeitschrift "Renewable and Sustainable Energy Reviews" und im nachfolgenden Link zu finden.


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