Gegensteuern für die Umwelt

FactorY-Magazin zum Thema Steuern erschienen

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  • News 29.10.2019
FatorY: Ausgabe "Steuern"

Die Bundesregierung hat ihren Klimaschutzplan bis 2050 aufgestellt: Sie will bis 2020 eine Kohlenstoffdioxid-(CO2)-Reduktion um 40 Prozent gegenüber 1990 erreichen, 55 Prozent bis 2030 und 95 Prozent bis 2050. Notwendig wäre dafür eine fünf Mal größere Reduktionsrate als bisher – also um 40 statt 8 Megatonnen jährlich. Hebt die Europäische Union (EU) ihr Klimaziel auf 55 Prozent Reduktion bis 2030 (bisher 40 Prozent) – was laut IPCC-Synthesebericht 2019 notwendig wäre – müsste Deutschland um 70 Prozent bis 2030 reduzieren.
Um diese wesentlich schnellere Reduktion zu erreichen, sind wesentlich schärfere Maßnahmen notwendig als bisher. Ein schnellerer Kohleausstieg und Ausbau der erneuerbaren Energien sind erforderlich, bis 2020 müsse in den Staaten der G20 und der OECD ein CO2-Preis von mindestens 34 bis 68 Euro pro Tonne gelten, fordert der Weltklimarat.

In der neuen Ausgabe der FactorY dreht sich alles um das Thema Steuern: Welche Steuerungsinstrumente wie wirken könn(t)en, mit welchen Folgen für Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt. Das Magazin widmet sich dem Thema aus der nachhaltigen Sicht, darunter auch mit drei Beiträgen aus dem Wuppertal Institut.

Die Beendigung des Klimawandels und die Bremsung des Ressourcenverbrauchs machen die steuernde Wirkung der Politik notwendig, um die globalen Lebensgrundlagen zu erhalten. Doch sind Steuern das richtige Instrument dafür? Im Beitrag "Mit Öko-Abgaben wirklich steuern" geht der Senior Expert am Wuppertal Institut, Dr. Hans-Jochen Luhmann, diesen Fragen auf den Grund. Er blickt wirtschaftswissenschaftlich von der ersten Ökosteuer-Idee über den europäischen Emissionshandel bis zur Herausforderung von heute. Seine Botschaft: "Vergesst nicht die Lehren, die in den 1990er Jahren als strukturell entscheidend erarbeitet wurden."

Der Artikel "Die ökologische Wahrheit: Ressourcensteuern für mehr Effizienz" von der Projektleiterin Bettina Bahn-Walkowiak und dem Leiter der Abteilung Kreislaufwirtschaft, Dr. Henning Wilts, vom Wuppertal Institut befasst sich mit den geeigneten Instrumenten, damit alle mitmachen. Denn bislang fehlten die ökonomischen Anreize, Unternehmen investieren zu wenig in ökologische Innovationen und Verbraucherinnen und Verbraucher greifen kaum zu ressourcenleichteren Produkten und Dienstleistungen. Doch das Einsparpotenzial ist sehr hoch, daher empfiehlt das Autorenteam ein ganzes Bündel an ökonomischen Instrumenten, um den Ressourcen- und damit auch den Klimaschutz zu verbessern.

Eine Bepreisung von CO2 ist zwar nur im Gesamtpaket mit Instrumenten des Förderns, Forderns und Informierens wirkungsvoll, aber dennoch ein essenzieller Baustein der Klimapolitik. Zugleich löst sie viele Fragen, aber auch Besorgnisse aus: Wie hoch müsste der Preis sein, um die Klimaschutzziele zu erreichen? Welche Wirkungen hätte eine CO2-Steuer für produzierende und dienstleistende Unternehmen, für ihre Kunden und schließlich für die Ressourceneffizienz? Eine Antwort in vier Thesen stellt Dr. Stefan Thomas, Leiter der Abteilung Energie-, Verkehrs- und Klimapolitik am Wuppertal Institut, in seinem Beitrag "CO2-Steuer: nur im Gesamtpaket wirkungsvoll" auf.

Herausgeber der FactorY sind die Effizienz-Agentur NRW und das Wuppertal Institut. Diese und weitere Beiträge der aktuellen Ausgabe stehen im nachfolgenden Link kostenfrei zum Download bereit.


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