Politikgestaltung für ein gerechtes und nachhaltiges Europa in 2030

Mitarbeitende des Wuppertal Instituts moderierten Workshop auf dem EIT Climate-KIC event "Innovating for a Just Transition" in Brüssel

EU-Flagge
  • News 28.11.2019

Kohle, Schwerindustrie und energieintensive Produktion haben die Wirtschaft, die Kulturen und Identitäten europäischer Industrieregionen seit der Industrialisierung tiefgreifend und kontinuierlich verändert. Heute ist es zunehmend anerkannt, dass die europäische Industrie sich dekarbonisieren muss, was eine erneute Transformationsnotwendigkeit für diese Regionen bedeutet: Sie stehen unter Druck ihre Wirtschaftsstruktur proaktiv, sehr schnell und auf eine gerechte Art und Weise zu verändern. Dies wird auch für viele dieser Regionen eine große Herausforderung sein. Aus diesem Grund haben EIT Climate-KIC, das Wuppertal Institut und weitere Partner am 18. November 2019 eine Vielzahl von Interessensvertreterinnen und -vertreter eingeladen, um gemeinsam eine Vision für ein gerechtes Europa in 2030 zu entwickeln.

Welche Richtlinien und Regulierungen sollen 2030 eingeführt sein? Welche wurden möglicherweise abgeschafft? Wie wird Politik in 2030 gestaltet, getestet und umgesetzt? Wer ist am politischen Gestaltungsprozess beteiligt und welche Rolle spielen Politikerinnen und Politiker? Mit Blick auf diese und weitere Impulsfragen haben Timon Wehnert, Leiter des Büro Berlin am Wuppertal Institut, und Michaela Roelfes, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Forschungsbereich Stadtwandel in der Abteilung Energie-, Verkehrs- und Klimapolitik am Wuppertal Institut, gemeinsam mit Kate Robinson von EIT Climate-KIC den Workshop zum Thema "Policy and Governance Innovation for a Just Europe" moderiert. Es entstand die Vision eines politischen Prozesses, der von Bürgerinnen und Bürgern getragen wird, und bereits für einen erfolgreichen Kurs der Klimapolitik gesorgt hat und sich nun ambitionierter Nachhaltigkeitspolitik widmet. "Es war faszinierend zu sehen, dass unsere Teilnehmenden gar nicht so sehr auf die technische Gestaltung der politischen Maßnahmen und Bestimmungen eingegangen sind, sondern sofort den politischen Gestaltungsprozess für sich kritisch hinterfragt haben. Dies sind wertvolle Informationen für Politikerinnen und Politiker, aber auch für die Wissenschaft", rekapituliert Timon Wehnert.

Das Wuppertal Institut leitet das EIT Climate-KIC Flagship Re-Industrialise, dessen Arbeit sich auf Regionen konzentiert, deren Wirtschaft stark von fossilen Energieträgern und kohlenstoffintensiver Industrie abhängt. Ziel des Flagships ist es, diese Regionen besser zu verstehen und zu unterstützen. Seit Anfang 2018 hat das Flagship-Konsortium wertvolle Erfahrungen in der Interaktion mit diesen Regionen gesammelt. Im Rahmen des Flagships führten sie (transdisziplinäre) Forschung zu diesen Regionen durch, deren Ergebnisse über das virtuelle "Knowledge Centre" abgerufen werden können. Das Konsortium veröffentlichte dort kürzlich eine neue, interaktive Karte, auf der die statistischen Unterschiede und die Gemeinsamkeiten europäischer Kohleregionen visualisiert sind.