NRW-Gemeindestudie beleuchtet Megatrends

Zentrale Erkenntnisse des EnerTrend-Projekts als Broschüre erschienen

Enegriewende
  • News 25.02.2020

Im Rahmen des Projekts "EnerTrend" führten die Forschenden im Sommer 2019 eine Gemeindestudie zum Thema "Globale Megatrends und Energiewende in NRW" durch. Die Gemeindestudie bestand sowohl aus einer Online-Befragung, zu der die 396 Gemeinden in Nordrhein-Westfalen (NRW) aufgerufen wurden. Rund 16 Prozent, also 64 Gemeinden haben die Befragung ausgefüllt, mit 24 Kommunalvertreterinnen und -vertretern davon wurden auch vertiefende Interviews geführt.
Nun fasst die Broschüre die Ergebnisse der Gemeindestudie "Energiewende und globale Megatrends in NRW" zusammen. Für die Untersuchung wurden kommunale Entscheidungsträgerinnen und -träger aus NRW, wie Dezernatsleitungen aus Planung und Umwelt, Abteilungsleitungen aus Stadtwerken oder Bürgermeisterinnen und Bürgermeister, zu den Trendthemen Digitalisierung, soziale Ungleichheiten, Übernutzung natürlicher Ressourcen sowie Urbanisierung und demografischer Wandel befragt. Der Großteil der interviewten Personen nimmt diese Megatrends sowohl als bedeutsame Entwicklungen wahr und sieht auch einen engen Zusammenhang mit der Energiewende.

Die Ergebnisse zeigen starke Unterschiede sowohl in der Auffassung der unterschiedlichen Trends als auch in der Betroffenheit zwischen befragten Städten und NRW-Gemeinden. Mit rund 84,4 Prozent empfindet die Mehrheit der in der Online-Befragung interviewten Personen die Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur im Zuge eines demografischen Wandels als relevant für die eigene Kommune. Kommunen, die in dynamischen Wachstumsregionen ein starkes Bevölkerungswachstum erlebt haben – etwa durch steigende Geburtenraten und durch mehr zugezogene Menschen –, ließ die Tendenz der alternden Bevölkerung sinken. Städte und Gemeinden in peripheren, ländlichen Schrumpfungsregionen hingegen sind durch einen Bevölkerungsrückgang und Überalterung geprägt. Daraus resultieren unter andrem Herausforderungen für die Gewährleistung der Daseinsvorsorge.

Soziale Ungleichheiten sind tendenziell eher in städtischen Ballungsräumen als auf dem Land wichtig für die Befragten. Doch was bedeutet das bezogen auf Strategien und Maßnahmen, die die Schnittstelle zwischen einem oder mehreren Megatrends und der Energiewende herstellen? Die Befragten sehen dies sehr unterschiedlich, denn einzelne Städte und Gemeinden sind bereits aktiv in der Maßnahmenumsetzung, manche hingegen haben weder Maßnahmen umgesetzt noch geplant. Schwerpunktthemen sind dort beispielsweise Wohnprojekte, die die Energieeffizienz und altersgerechtes Wohnen kombinieren oder die Digitalisierung von Verwaltungsabläufen sowie der Breitbandausbau. Häufig leisten Kommunalverwaltungen dies oftmals als freiwillige Zusatzaufgaben, was in erster Linie an fehlenden finanziellen und personellen Ressourcen liegt.

Die Broschüre mit den Studienergebnissen steht auf Projektwebsite kostenfrei zum Download zur Verfügung.