Corona-Pandemie gefährdet Klima

Presse-Briefing mit Wolfgang Obergassel und weiteren Experten zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie hinsichtlich des Klimawandels

Klima-Thermometer
  • News 23.04.2020

Durch die Corona-Pandemie befindet sich die Welt im Ausnahmezustand, was derzeit für deutlich sinkende CO2-Emissionen sorgt. Dadurch könnten in diesem Jahr rund 5,5 Prozent weniger CO2 ausgestoßen werden als 2019. Gleichzeitig scheint der Klimawandel bei den Diskussionen um Corona in den Hintergrund zu treten. Aus der Sicht der Experten könnte die Corona-Krise sogar eine Gefahr für den Klimawandel darstellen.
Doch was wäre nötig, damit die anstehenden Konjunkturprogramme nachhaltige Investitionen ermöglichen und den Wechsel hin zu emissionsärmeren Wirtschaftskreisläufen unumkehrbar einleiten könnten? Inwiefern könnte es schwieriger sein, das Geld für Klimaschutz-Investitionen aufzutreiben, wenn bereits Billionen in die Hilfspakete der Nach-Corona-Zeit fließen? Welche Fehler nach der Wirtschaftskrise 2008 sollten unbedingt vermieden werden und warum könnte das diesmal möglich sein? Diese und weitere Fragen beantworteten die Experten Prof. Dr. Niklas Höhne, Leiter und Geschäftsführer des New Climate Institutes (Köln) und Professor für Klimaschutz an der Wageningen Universität, Prof. Dr. Reimund Schwarze, Leiter der AG Klimawandel und Extremereignisse vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) in Leipzig, und Wolfgang Obergassel, Co-Leiter des Forschungsbereichs Internationale Klimapolitik in der Abteilung Energie-, Verkehrs- und Klimapolitik am Wuppertal Institut, während eines virtuellen Presse-Briefings des Science Media Center Germany (SMC) am 16. April 2020.

Die Weltklimakonferenz der Vereinten Nationen (Conference of the Parties, kurz COP), die im November 2020 in Glasgow stattfinden sollte, wurde in das kommende Jahr verschoben. Wie geht es weiter nach der Gipfel-Absage und werden die wichtigen Diskussionspunkte trotzdem weiter im notwendigen Tempo debattiert werden können? Schließlich sollten die Mitgliedsstaaten im November dieses Jahres eine Bestandsaufnahme der neuen nationalen Klimaschutzpläne umsetzen. Wolfgang Obergassel betonte: "Formell gibt es zwar keine Änderung am Zeitplan zur Vorlage verbesserter Nationally Determines Contributions (NDCs)", also den national festgelegten Beiträgen, "aber der politische Druck ist ohne den Weltklimagipfel erst mal weg. Wichtig ist aus meiner Sicht nun, dass die EU-Kommission das Klima-Thema und den EU Green Deal weiterhin als Prioritaät betrachtet und dies Signalwirkung auf EU-Länder, Großbritannien und andere Länder hat."

Die Mitschrift und die Transkription des virtuellen Presse-Briefings sind im nachfolgenden Link zu finden.