Second-Hand-Mode als Alternative zu "Fast Fashion"

Diskussionspapier zur Face-to-Face-Kommunikation als Verkaufsstrategie

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  • News 14.05.2020

Nachhaltige Mode ist vielseitig, daher konzentrieren sich nachhaltigkeitsbewusste Akteurinnen und Akteure innerhalb der Modeindustrie auf ganz verschiedene Lebenszyklusphasen von Kleidungsstücken. Gerade der Verkauf von Gebrauchtkleidung, der Textilien über einen längeren Zeitraum im Nutzungszyklus hält, hat in den vergangenen Jahren an Popularität gewonnen.
Wie Second-Hand-Geschäfte ihre Kundenakquise gestalten können, haben die Autorinnen Nicole Stein, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Kreislaufwirtschaft am Wuppertal Institut, und Helga Vanthournout, Co-Autorin der Circular Economy Reports der Ellen MacArthur Foundation und ehemaliger Senior Expert bei McKinsey & Company im Bereich Sustainability, sowie der Autor Stefan Spinler, Leiter des Lehrstuhls für Logistikmanagement an der WHU – Otto Beisheim School of Management, in ihrem Diskussionspapier "Face-to-Face Communication as A Tool to Support Second-Hand Fashion Sales: A Field Experiment at Fashion Week in Berlin" untersucht.

Vor dem Hintergrund der negativen ökologischen und sozialen Folgen von konventionellen Geschäftsmodellen im Modebereich untersucht das Autorenteam, wie diese Form der Kommunikation eine Hebelwirkung entfaltet, den Verkauf von Second-Hand-Mode unterstützt und den Umsatz von Start-ups im Bereich der nachhaltigen Mode steigert. Hierfür führten sie ein Feldexperiment auf der Fashion Week in Berlin 2017 durch und testeten, wie sich die Face-to-Face-Kommunikation auf den Umsatz eines Mode-Start-ups auswirkt, die sich auf Second-Hand-Kleidung konzentrieren.
Während ein Konsens über die Notwendigkeit einer Veränderung 'zum Besseren' bestehe, unterschieden sich die Maßnahmen in den einzelnen Branchen enorm. Da Unternehmen wie H&M überschüssige Lagerbestände vernichteten und gleichzeitig ein Image als Vorreiter in Sachen Nachhaltigkeit förderten, blieben die Verbraucherinnen und Verbraucher skeptisch gegenüber nachhaltigen Modeangeboten. Dieser Zustand der Branche sei einer der Hauptgründe dafür, dass die Kommunikation über Nachhaltigkeit für die Förderung nachhaltiger Mode von grundlegender Bedeutung sei, erklärt das Autorenteam.

Das Diskussionspapier "Face-to-Face-Kommunikation als Instrument zur Unterstützung des Second-Hand-Fashion-Verkaufs: Ein Feldexperiment auf der Fashion Week in Berlin" steht in englischer Sprache bei MDPI als Open-Access-Artikel zum Download zur Verfügung.