Deutschland verbraucht fast 16 Tonnen Rohstoffe pro Person und Jahr – das Doppelte von dem, was Wissenschaftler*innen als nachhaltig betrachten. Das gefährdet nicht nur Klima und Artenvielfalt, sondern auch unsere wirtschaftliche Unabhängigkeit. Der aktuelle WWF-Bericht "Ressourcenleicht Leben 2045" zeigt: Die Halbierung des Ressourcenverbrauchs ist machbar.
Das Ergebnis des Berichts überrascht: Bürger*innen wurden gebeten, ihr gutes Leben im Jahr 2045 zu entwerfen. Alle fünf erarbeiteten und modellierten Lebensstile landeten unter acht Tonnen Rohstoffverbrauch. Die Lebensqualität bleibt erhalten, in vielen Fällen steigt sie sogar. Und noch ein Befund zeigt, wie sehr das Problem an der Politik hängt und nicht an den Menschen: Nur 32 Prozent finden einen ressourcenleichten Lebensstil unter heutigen Bedingungen attraktiv – aber 55 Prozent, wenn Infrastruktur, faire Preise und verlässliche Alternativen stimmen. Die Bereitschaft ist da, jedoch fehlen die Rahmenbedingungen.
Die Studie, entstanden aus einem Bürgerforum mit 28 Teilnehmenden, wissenschaftlicher Modellierung durch das Wuppertal Institut und einer bundesweiten Repräsentativbefragung (n=1.001), benennt fünf Hebel für eine Ressourcenwende:
Ressourcenleicht Leben 2045 ist ein Forschungs- und Beteiligungsprojekt des WWF Deutschland, das Wissenschaft, Bürgerbeteiligung und Kommunikationsdesign zusammendenkt. Das Wuppertal Institut modellierte reale Lebensstile entlang von Rohstoffkategorien, das Bürgerforum entwickelte Alltagsszenarien für 2045, und eine repräsentative Bevölkerungsumfrage testete deren gesellschaftliche Akzeptanz. Das Projekt baut auf der WWF-Studie "Modell Deutschland Circular Economy" auf und liefert die erste umfassende Antwort auf die Frage, wie das Leitbild der Nationalen Kreislaufwirtschaftsstrategie – Halbierung des Rohstoffverbrauchs bis 2045 – im Alltag aussehen kann.
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