Wirtschaftlicher Erfolg und Wettbewerbsfähigkeit brauchen neue Maßstäbe

Earth for All Deutschland: Deep Dive zeigt, warum Wettbewerbsfähigkeit und ihre gesellschaftlichen Ziele eine systemische Perspektive benötigen

  • News 02.06.2026

Wettbewerbsfähigkeit gilt oft als wichtiges Ziel in der Wirtschafts- und Industriepolitik. Forschende des Wuppertal Instituts zeigen in ihrem Wuppertal Paper jedoch, dass der Begriff häufig zu eng verstanden wird. Denn oft wird nicht ausreichend berücksichtigt, welche gesellschaftlichen Ziele mit mehr Wettbewerbsfähigkeit erreicht werden sollen und welche Zielkonflikte oder positive Synergien dabei entstehen können – etwa zwischen wirtschaftlichem Erfolg und ehrgeizigem Klimaschutz.

Prof. Dr. Peter Hennicke, Dr. Monika Dittrich und Janine Dierk schlagen in ihrem Deep Dive auf Basis des Ende 2024 veröffentlichten Buchs "Earth for All Deutschland" deshalb ein umfassenderes Konzept der "grünen und systemischen Wettbewerbsfähigkeit" vor. Denn Wettbewerbsfähigkeit sei kein Selbstzweck. Sie solle vielmehr dazu beitragen, langfristige Ziele wie eine klimaneutrale, ressourcenschonende Kreislaufwirtschaft und eine Gesellschaft mit hohem Wohlbefinden zu erreichen.
Die Autor*innen betonen zudem, dass eine neue Sicht auf das Verhältnis zwischen Wettbewerbsfähigkeit und Wirtschaftswachstum notwendig sei. Maßnahmen für Klimaschutz, Kreislaufwirtschaft und einen geringeren Ressourcenverbrauch fördern den gesamtwirtschaftlichen Wachstumsbeitrag von Umwelttechnologien. Gleichzeitig verlieren fossile und besonders ressourcenintensive Wirtschaftsbereiche an Bedeutung. Ob dieser politisch gesteuerte Strukturwandel insgesamt zu nachhaltigem Wirtschaftswachstum führt und ob sich – wie einige Szenarien zeigen – Wirtschaftswachstum dauerhaft vom Ressourcenverbrauch entkoppeln lässt, bleibt eine offene Frage.
Die Ergebnisse der Forschenden deuten jedoch darauf hin, dass Klimaneutralität und eine Verringerung von Risiken leichter erreichbar sind, wenn technische Lösungen wie Effizienzsteigerungen, erneuerbare Energien und Kreislaufwirtschaft mit sogenannten Suffizienzpolitik kombiniert werden. Diese zielen darauf ab, den übermäßigen Verbrauch von Energie und Ressourcen insgesamt zu reduzieren.

Das Wuppertal Paper Nr. 206 "Revisiting Competitiveness Acknowledging the Economic Benefits of Climate Mitigation and Circularity" ist im Rahmen der "Earth4All Germany"-Initiative entstanden und in englischer Sprache kostenfrei über den unten stehenden Link verfügbar.


Cookie-Einstellungen

Cookies helfen uns, die Website für Sie ständig zu verbessern. Mit dem Klick auf den Button "Zustimmen" erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Für weitere Informationen über die Nutzung von Cookies oder für die Änderung Ihrer Einstellungen klicken Sie bitte auf Mehr über die Verwendung und Ablehnung von Cookies.