Im Juni 2026 führte eine sechstägige Studienreise Energieexpert*innen aus den chinesischen Provinzen Jiangsu und Sichuan nach Nordrhein-Westfalen sowie nach Amsterdam in den Niederlanden. Ziel der Reise war es, das gegenseitige Verständnis unterschiedlicher Ansätze der Energiewende zu vertiefen und Potenziale für eine künftige Zusammenarbeit zwischen chinesischen Provinzen und deutschen Bundesländern im Bereich der grünen und kohlenstoffarmen Transformation auszuloten. Ein besonderer Höhepunkt war der "2026 German States and Chinese Provinces Cooperation Workshop on Green and Low-Carbon Energy Transition", der am 10. Juni in Düsseldorf gemeinsam von der GIZ, dem China Electricity Council (CEC) und dem Wuppertal Institut organisiert wurde.
China hat sich zwar auf nationaler Ebene zu ehrgeizigen CO2-Zielen verpflichtet, doch die Herausforderungen liegen auf Ebene der Provinzen – denn dort findet die praktische Umsetzung der Energiewende statt: Die Regionen müssen den steigenden Energiebedarf mit einem Strommix in Einklang bringen, der nach wie vor von Kohle dominiert ist. Entsprechend soll die Erfahrung Deutschlands im Bereich der Verknüpfung von Klimapolitik und subnationaler Dekarbonisierung genutzt werden, um die bilaterale Energiezusammenarbeit auf nationaler Ebene zu fördern, bis hin zur konkreten Umsetzung vor Ort. Durch die Vernetzung der deutschen Industrieregionen Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg mit den führenden Energieprovinzen Chinas, Sichuan und Jiangsu, sollen gemeinsam Maßnahmen zur Dekarbonisierung des Energiesektors entwickelt werden. Das Ziel ist, die Zusammenarbeit auf subnationaler Ebene zu fördern, um gemeinsame Klimaziele in konkrete Lösungen für die integrierten Energiesysteme der Zukunft zu übersetzen.
Auf dem "2026 German States and Chinese Provinces Cooperation Workshop on Green and Low-Carbon Energy Transition" stellten Forschende des Wuppertal Instituts und des China Electricity Council (CEC) die Vergleichsstudie "Comparison analysis and cooperation potentials study for Energy Transition in North Rhine-Westphalia, Baden-Württemberg and Jiangsu, Sichuan" vor: Mit der Studie liefern die Forschenden eine vergleichende Analyse der Energiewende in Deutschland und China, mit Schwerpunkt auf Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Jiangsu und Sichuan. Die Autor*innen fassen die wichtigsten Technologiepfade, politische und marktbezogene Rahmenbedingungen, Steuerungsstrukturen sowie die zentralen Herausforderungen der einzelnen Regionen zusammen und vergleichen sie miteinander, indem sie Stromerzeugung und -verbrauch, Elektrifizierungsgrad, Systemflexibilität, Netzinfrastruktur und wirtschaftliche Diversifizierung im Zusammenhang mit der Energiewende gegenüberstellen. Auf dieser Grundlage identifizieren sie Konvergenz- und Divergenzbereiche – und heben potenzielle Schwerpunktthemen für die weitere Analyse in der nächsten Projektphase hervor.
Der Workshop und die Studienreise förderten das gegenseitige Lernen zwischen chinesischen und deutschen Akteur*innen im Energiesektor. Die Teilnehmenden tauschten Erfahrungen zu Flexibilität im Stromsystem, zur Entwicklung von erneuerbarem Wasserstoff und zur industriellen Dekarbonisierung aus, mit besonderem Schwerpunkt auf Industrieclustern.
Die Studie "Comparison analysis and cooperation potentials study for Energy Transition in North Rhine-Westphalia, Baden-Württemberg and Jiangsu, Sichuan" steht über den folgenden Link kostenfrei in englischer und chinesischer Sprache zum Download bereit.
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