Bahnhöfe zu nutzerfreundlichen Drehkreuzen umwandeln

Forschende entwickelten im Projekt “Bahnhof der Zukunft” Maßnahmen für nutzerfreundliche Bahnhöfe

  • News 25.08.2026

Bahnhöfe sind Drehkreuze für eine zukunftsfähige Mobilität: Sie bieten Reisenden die Möglichkeit, Zug, Bus, Fahrrad und Sharing-Angebote miteinander zu verknüpfen. Doch viele Bahnhöfe werden den Anforderungen für eine solche multimodale Mobilität kaum gerecht. Damit mehr Menschen auf klimafreundliche Verkehrsmittel umsteigen, müssen Bahnhöfe ihren Zweck als reine Durchgangsorte überwinden und zu attraktiven, multimodalen Mobilitätsorten werden. Ein Forschungsteam unter Leitung des Instituts für sozial-ökologische Forschung (ISOE) hat im Auftrag des Deutschen Zentrums für Schienenverkehrsforschung (DZSF) beim Eisenbahn-Bundesamt (EBA) ermittelt, wie die Bahnhöfe der Zukunft gestaltet sein müssen.

Die Ergebnisse der Untersuchung machen deutlich: Eine hohe Aufenthaltsqualität sowie ein einfaches, unkompliziertes Umsteigen zwischen Zug, Bus, Fahrrad und Sharing-Angeboten sind grundlegende Voraussetzungen, damit Mobilitätswende gelingt. Damit Reisende Angebote intuitiv nutzen und sich vor Ort sicher und wohlfühlen, sollte die Gestaltung der Bahnhöfe konsequent an den emotionalen und praktischen Bedürfnissen der Nutzer*innen ausgerichtet werden.

Empirische Forschung zur Nutzendenfreundlichkeit

Das interdisziplinäre Forschungsteam – darunter auch das Wuppertal Institut – nutzte repräsentative Befragungen, Analysen zur "User Journey" sowie eine Virtual-Reality-Erfahrungswissen, um die Anforderungen von Bahnreisenden in Schlüsselmomenten wie Ankommen, Orientieren, Warten und Umsteigen und den Umgang mit Störungen in konkrete Nutzungsanforderungen zu übersetzen.
Auf dieser Basis entstand ein praxisnaher Maßnahmenkatalog mit 32 Empfehlungen für Bereiche wie Architektur, Angebot und Management, aus denen zehn Schlüsselmaßnahmen priorisiert wurden. Zu den zentralen Empfehlungen gehören:

  • eine konsequent intermodale Gestaltung mit durchgehendem Design
  • hochwertige Fahrradabstellanlagen
  • eine verbesserte Mobilitätsberatung
  • offene, helle, übersichtliche und begrünte Räume für ein höheres Sicherheitsgefühl und eine bessere Orientierung

Um die Machbarkeit der entwickelten Maßnahmen zu überprüfen, beschäftigen sich die Forschenden auch intensiv mit den Rahmenbedingungen: "Wir haben die notwendigen technischen und planerischen Aspekte beim Bau oder Umbau von Bahnhöfen ebenso berücksichtigt wie wirtschaftliche, politische und rechtliche Bedingungen. Hier ging es vor allem um belastbare und anschlussfähige Lösungen, die integriert gedacht und geplant werden müssen", sagt Thorsten Koska, Co-Leiter des Forschungsbereichs Mobilität am Wuppertal Institut.

Über das Projekt

Das Projekt "Bahnhof der Zukunft als Kern multimodaler Mobilitätsplattformen in Kommunen – Entwicklung eines Maßnahmenkatalogs" wurde im Auftrag des Deutschen Zentrums für Schienenverkehrsforschung (DZSF) beim Eisenbahn-Bundesamt (EBA) bearbeitet. Forschungspartner unter der Leitung des Instituts für sozial-ökologische Forschung (ISOE) waren das Wuppertal Institut, das Offenbach Institut für Mobilitätsdesign (OIMD) an der Hochschule für Gestaltung Offenbach (HfG), Gateways (Amsterdam), Nuts One GmbH (Berlin) sowie aproxima Gesellschaft für Markt- und Sozialforschung Weimar GmbH und Zahlengrün – Sozial- und Nachhaltigkeitsforschung (Heidelberg).


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