Mit jedem neuen Temperaturrekord oder steigenden Flusspegeln steigt auch das Risiko, dass nähere Angehörige betroffen sein könnten. Da der Klimaschutz angesichts der ökonomischen und geopolitischen Krise in der gesellschaftlichen Debatte und in der Wirtschaft nach hinten gerückt ist, verschärfen sich die Gefahren für die individuelle und gesellschaftliche Gesundheit. Damit könnte Gesundheit also zum tragenden Argument für politische, wirtschaftliche und individuelle Richtungsänderungen werden – schließlich betrifft es alle Menschen.
Das aktuelle FactorY-Magazin zum Thema "Gesundheit" widmet sich deswegen der Verbindung von eben jener und dem Schutz von Ressourcen. Denn seit Langem ist bekannt: Der beste Klima-, Natur- und Gesundheitsschutz ist eine konsequente Senkung des materiellen und energetischen Rohstoffverbrauchs.
Insgesamt begreifen alle Autor*innen Gesundheit als potenziell stärker werdendes und motivierendes Argument in unsicheren Zeiten. Wie sich mit "Gesundheit" für eine in jeder Hinsicht resiliente Stadtentwicklung arbeiten lässt, skizzieren Dr. Carolin Baedeker, Annika Greven, Anica Luggen-Hölscher und Prof. Dr. Christa Liedtke aus der Abteilung Nachhaltiges Produzieren und Konsumieren am Wuppertal Institut in ihrem Artikel "Gesundheit ins Zentrum klimaresilienter Stadtentwicklung stellen". Denn gerade in der Stadt- und Klimapolitik sei Gesundheit ein wirkungsvolles Argument und Motiv für Verbesserungen, das sich viel stärker nutzen ließe.
Die Ernährungsexpertin Lena Hennes, Senior Researcherin im Forschungsbereich Ressourcen, Design und Verbraucherverhalten am Wuppertal Institut, betont im Interview "Gesünder für alle: Lebensmittel anders anbauen und vermarkten", dass eine "Planetary Health Diet" Gesundheit mit Gerechtigkeit sowie Umwelt- und Klimaschutz verbindet: Durch die richtige Produktion von Lebensmitteln lasse sich viel für die eigene und die Gesundheit des Planeten erreichen. Für die große Wirkung müsse sich jedoch Produktion, Handel und Konsum ändern.
Dass das zirkuläre Konzept auch für die Gesundheitswirtschaft und in Krankenhäusern funktioniert, zeigt Franziska Erbe, Researcherin im Forschungsbereich Zirkuläre Ökosysteme und Governance am Wuppertal Institut. In ihrem Beitrag "Circular Care: Kreislaufwirtschaft im Gesundheitswesen" veranschaulicht sie, dass Kreislaufwirtschaft nicht erst beim Abfall anfängt – sondern schon beim Einkauf, der Nutzung und Wiederverwendung. Denn die Gesundheitsversorgung könne ressourcenschonender umgestaltet werden, ohne Sicherheit und Hygiene aus dem Blick zu verlieren.
Das gesamte Magazin mit diesen und weiteren Beiträgen ist im nachfolgenden Link kostenfrei abrufbar. Herausgeber des FactorY-Magazins sind die Effizienz-Agentur NRW und das Wuppertal Institut.
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