Wie verlässliche Daten grüne Investitionen beschleunigen

Aktualisierte Analyse der europäischen DEEP-Datenbank beleuchtet finanzielle Kennzahlen und Länderunterschiede

  • News 02.10.2026

Für die Umsetzung der Energiewende im Industrie- und Gebäudebereich spielen verlässliche Daten zu Investitionen, Einsparpotenzialen und Rentabilitäten eine zentrale Rolle. Um Risiken für Finanzinstitute und Politik transparent und bewertbar zu machen, entstand mit der De-risking Energy Efficiency Platform (DEEP) die größte europäische Open-Source-Datenbank für Energieeffizienzprojekte. Die von der Europäischen Kommission geförderte Plattform umfasst mittlerweile Daten von mehr als 36.000 Projekten. Doch wie aussagekräftig sind diese vergleichenden Leistungskennzahlen wirklich, wenn man Projekte über Ländergrenzen und verschiedene Förderprogramme hinweg gegenüberstellt?

In dem Artikel "Return of the DEEP: One platform to benchmark them all" analysieren Forschende des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung ISI, des Wuppertal Instituts, Viegand Maagøe und der National Technical University of Athens die stark erweiterte Datenbasis der Plattform und liefert eine systematische Neubewertung der ökonomischen Indikatoren. Prof. Dr.-Ing. Clemens Rohde, Leiter der Abteilung Zukünftige Energie- und Industriesysteme am Wuppertal Institut und Co-Autor der Studie, ordnet die zentralen Befunde der Untersuchung ein: "Unsere aktualisierten Auswertungen bestätigen, dass querschnittsorientierte Technologien weiterhin sehr kurze Amortisationszeiten aufweisen, während Maßnahmen an der Gebäudehülle sowie tiefgreifende Systemanpassungen naturgemäß eine höhere Kapitalintensität erfordern. Die Grundmuster solch finanzieller Indikatoren erweisen sich somit auch bei deutlich größerer Datenbasis als strukturell stabil."

Ein weiterer Schwerpunkt der Untersuchung liegt auf einem strukturierten Vergleich zwischen deutschen und US-amerikanischen Projekten innerhalb der Datenbank. Hierbei zeigten sich auf den ersten Blick deutliche Abweichungen: Das US-Projektportfolio zeichnet sich im Mittel durch niedrigere Investitionsvolumina und kürzere Amortisationszeiten aus.
Der direkte Kennzahlenvergleich täusche leicht über die tatsächliche technologische Leistungsfähigkeit hinweg. Die beobachteten Unterschiede zwischen den Ländern seien primär auf die jeweiligen Erhebungskontexte, die Projektgrößen und die spezifische Ausgestaltung der nationalen Förderprogramme zurückzuführen, nicht auf eine höhere Effizienz der eingesetzten Technik, ergänzt Rohde.
Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, bei der Verwertung von Benchmark-Indikatoren für politische Instrumente oder Finanzierungsentscheidungen stets die Datenherkunft und das zugrundeliegende Programmdesign einzubeziehen.

Der englischsprachige, referierte Fachartikel ist im nachfolgenden Link abrufbar.


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