Schneller Wandel für eine klimaneutrale Industrie

FactorY-Magazin "Industrie" 2/2021 erschienen

  • News 12.01.2022
Titelbild des FactorY-Magazin Industrie
Foto: istockfoto.com/JimLarkin

Die zweite Ausgabe 2021 des FactorY-Magazins "Industrie" beschäftigt sich mit dem industriellen Wandel. Das gesetzlich fixierte Ziel ist Klimaneutralität in Deutschland bis 2045 und in der Europäischen Union (EU) bis 2050. Um sich dieser komplexen Aufgabe zu stellen, müssen Industrie und Energiewirtschaft neue Technologien einsetzten und Kapital investieren. Die aktuelle Ausgabe zeigt, wie große und kleine Strukturen für den Wandel entstehen und über welches Potenzial ein klimaneutraler Umbau der Industrie verfügt.

Die energieintensive Industrie zur Erzeugung von Grundstoffen wie Stahl, Zement, Kunststoffen, Aluminium, Papier und Glas ist eine wichtige Säule der Wirtschaft. Gleichzeitig verantwortet sie den größten Teil des Ressourcen-Umsatzes und einen hohen Anteil an Treibhausgas-Emissionen. Entsprechende Standorte und Regionen benötigen daher wirksame Lösungen für Dekarbonisierung und Ressourceneffizienz – auch im internationalen Wettbewerb für eine klimaneutrale Industrie. "Grüner" Wasserstoff gilt neben grünem Strom als Schlüsselelement für den Klimawandel in der Industrie, benötigt dafür jedoch selbst viel erneuerbare Energie. Im Interview erklärt Prof. Dr. Stefan Lechtenböhmer, Leiter der Abteilung Zukünftige Energie- und Industriesysteme am Wuppertal Institut, welches Potenzial neue Technologien haben, warum die Industrie Unterstützung von Staat und Bürger*innen benötigt und wie die deutsche Grundstoffindustrie Vorreiter auf dem Weltmarkt werden könnte. 

Im Artikel "Die Circular Economy ist der Schlüssel" verdeutlicht Dr. Henning Wilts, Leiter der Abteilung Kreislaufwirtschaft am Wuppertal Institut, dass Produkte und Stoffe im Kreislauf lange genutzt und einfach repariert und recycelt werden müssen, um die Industrie nachhaltig zu gestalten. Bislang fehlen jedoch noch entsprechende Standards und Vorschriften. "Wir brauchen eine klare, langfristig ausgerichtete und technologieoffene Strategie – und jede Menge Zukunftswissen", betont der Wissenschaftler.  Insbesondere in der ressourcenintensiven Bau- und Automobilindustrie sollen nachhaltige und innovative Geschäftsmodelle entstehen. Das Projekt "Circular Economy als Schlüsselstrategie einer klimaneutralen und ressourceneffizienten Wirtschaft" (CEWI) bietet dafür Lösungsansätze und praxisnahe Möglichkeiten.

Die Ziele für 2030 sind gesteckt: Die EU will bis dahin jährlich 55 Prozent weniger CO2 ausstoßen als 1990, Deutschland sogar um 65 Prozent reduzieren und bis 2045 klimaneutral wirtschaften. Um diese Ziele zu erreichen, muss die Industrie ihre energieintensiven Grundstoffe klimafreundlich produzieren. Den Rahmen für diese Industrietransformation muss wiederum die Politik schaffen. Auf dem Programm von EU und Bundesregierung stehen dazu zahlreiche Maßnahmen. In dem Beitrag gehen die beiden wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen aus dem Forschungsbereich Strukturwandel und Innovation am Wuppertal Institut, Dr. Anna Leipprand und Katharina Knoop, diesem Thema auf den Grund. Die Wissenschaftlerinnen analysieren, welche Rahmenbedingungen notwendig sind, um die Industrie klimaneutral zu gestalten.

Der Deindustrialisierung, also der Verlagerung von industrieller Produktion an günstigere Standorte im Zuge der Globalisierung, waren bereits viele Regionen der Welt ausgesetzt. Dieser Prozess setzt sich stetig fort. Für die Regionen bedeutet der Strukturwandel viel: Mit den Veränderungen in Braunkohle-, Stahl- und Autoindustrie kommen weitere neue Aufgaben auf die Gesellschaft zu. Gleichzeitig können Industriestandorte zu Ankerpunkten eines ressourcenschonenden und kulturellen Wandels werden, betont Timon Wehnert, Leiter des Büro Berlin am Wuppertal Institut und Senior Researcher im Forschungsbereich Strukturwandel und Innovation in seinem Plädoyer "Neue Chancen für alte Standorte".  

Herausgeber des FactorY-Magazins sind die Effizienz-Agentur NRW und das Wuppertal Institut. Diese und weitere Beiträge der aktuellen Ausgabe stehen im nachfolgenden Link kostenfrei zum Download bereit.


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