Lassen sich Arten- und Klimaschutz zusammen lösen?

Podcast Zukunftswissen.fm: Episode mit Zoodirektor Arne Lawrenz und Jacqueline Klingen

  • News 14.05.2024

In den bisherigen Podcast-Episoden haben die Gäste unterschiedliche Fragestellungen und Auswirkungen des Klimawandels besprochen. In dieser Folge weiten Arne Lawrenz, Zoodirektor des Grünen Zoos Wuppertal, Jacqueline Klingen, Researcherin im Forschungsbereich Energiewende International am Wuppertal Institut, gemeinsam den Blick und verknüpfen gedanklich zwei Krisen. Mit Host Jonas Zerweck, Referent Digitale Kommunikation am Wuppertal Institut, sprechen sie daher über Klimakrise und Artenverlust. Sie bedingen einander und beeinflussen sich.

Lawrenz und Klingen sind sich einig, dass deshalb beide Herausforderungen nur gemeinsam gelöst werden können und es Herangehensweisen brauche, die stets auf beides blicken. Doch immer wieder treten auch Zielkonflikte auf – also Konflikte zwischen Zielen, die man sich jeweils gesetzt hat, sich aber gegenseitig ausschließen: Arne Lawrenz berichtet beispielhaft von den Afrikanischen Elefanten, die seit einigen Jahren nicht mehr wie gewohnt zwischen den ostafrikanische Nationalparks wandern können, weil große Agrarunternehmen Zäune gebaut haben, um ihre Avodacoplantangen zu schützen. Andererseits sind Avocados für viele Menschen eine Möglichkeit, die eigene vegetarische oder vegane Ernährung attraktiv zu gestalten. In diesem Beispiel kommen dann noch Aspekte wie der Wasser- und CO2-Verbrauch hinzu. Klingen ergänzt, dass sie es gar nicht einen Zielkonflikt nennen würde, sondern einen Überforderungskonflikt. Denn bei vielen Klimaschutzprojekten werde der Artenschutz oft kaum oder gar nicht beachtet.
Dabei können gemeinsame Lösungen bei der doppelten Krisenbewältigung helfen. Etwa sollte bei neuen Infrastrukturprojekten für die Energiewende der Artenschutz geschickter mitgeplant werden – in Deutschland sind das beispielsweise ebenfalls Wanderrouten von Tieren. Von funktionierenden Ökosystemen profitieren wir letztlich nicht nur, weil sie das Klima stabil halten, sondern auch, weil sie unter anderem Luft und Wasser reinigen oder Nahrung und Medizin liefern. "Jede Art, die wir verlieren – und ganz gleich, ob Tier oder Pflanze – ist einfach dramatisch. Oft verschwinden Arten im Stillen", fasst Lawrenz zusammen. Doch jedes Mal gäbe es Effekte auf das gesamte globale System – die Folgen seien aber selten absehbar, gerade das mache es so gefährlich.

Die neue Folge und alle vergangenen Episoden sind kostenfrei auf Spotify, Apple Podcasts und Podcast.de sowie über die Website des Wuppertal Instituts zu hören.


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