Wie die Baubranche das Klima retten kann

Podcast Zukunftswissen.fm: Episode mit Dominik Campanella und Sören Steger

  • News 29.05.2024

Baustellen können beeindruckende Orte sein, wenn dort gewaltige Massen Roh- und Werkstoffe aufgebaut oder abgerissen werden. Bislang ist der Umgang mit den damit verbundenen Ressourcen allerdings nicht nachhaltig, erklärt Sören Steger, Senior Researcher im Forschungsbereich Zirkuläre Systeme am Wuppertal Institut. Denn: Etwa 60 Prozent aller weltweiten Abfälle fallen auf Bau- und Abbruchabfälle zurück.
Dominik Campanella, Mitgründer des Unternehmens Concular, bezeichnet die Baubranche auch deshalb als "größten Umweltverschmutzer der Welt". Aber nicht nur die Abfälle bescheren dem Bau- und Gebäudebereich eine schlechte Ökobilanz. Beim Errichten eines Gebäudes wird Energie eingesetzt. Diese sogenannte graue Energie entsteht, wenn Zement, Glas oder Ziegel hergestellt werden.

Wie also können Gebäude und deren Bau klimaschonender werden? Die Antwort ist komplex, denn sie besteht aus vielen einzelnen Elementen und Notwendigkeiten. Kreislauffähig wird es erst, wenn die Materialien danach weiterverwendet werden, erklärt Steger. Gemeinsam diskutieren er und Campanella, welche politischen und gesellschaftlichen Veränderungen dafür notwendig sind, damit die Bau- und Gebäudebranche nachhaltiger werden.

Dominik Campanella und sein Unternehmen Concular verfolgen vor allem den Ansatz, einst verbaute Materialien vor einem Abriss zu sichern und bei Neubauten wieder einzusetzen.  Darüber gibt es noch weitere Ansätze, wie emissionsärmere Materialien sowie Aufstockung und Nachverdichtung von bebauten Gegenden statt einer Neuerschließung von Quartieren. Die Einzelheiten der unterschiedlichen Ansätze differenzieren die beiden Gäste ausführlich mit Host Jonas Zerweck, Referent Digitale Kommunikation am Wuppertal Institut.

In ihrer Diskussion wird deutlich: Das Potenzial für mehr Klimaschutz im Baubereich ist enorm. Hier sind vor allem Politik, Gesellschaft und Industrie gefragt, dieses Potenzial auszuschöpfen. Vorbilder finden sich in Dänemark und Frankreich, berichtet Campanella im Podcast. Dort wurden bereits Möglichkeiten der politischen Regulatorik erprobt, die helfen, klimaschonender zu bauen.

Die neue Folge und alle vergangenen Episoden sind kostenfrei auf Spotify, Apple Podcasts und Podcast.de sowie über die Website des Wuppertal Instituts zu hören.


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