Workshop-Reihe zu Nachhaltigkeit im Bühnenbild & Raum war voller Erfolg

Something OLD, NEW, BORROWED, BLUE: Workshops nahmen Materialien, Kreislaufwirtschaft sowie szenografische Arbeitsweisen in den Blick

  • News 01.07.2024

Das zukünftige Pina Bausch Zentrum und der Szenografie-Bund luden in Kooperation mit dem Wuppertal Institut zu vier Workshops ein: "Something OLD", "Something NEW", "Something BORROWED" und "Something BLUE". Im Fokus der Workshop-Reihe stand die Nachhaltigkeit in Bühnen- und Kostümbild & Raum. Die thematischen Schwerpunkte mit den zahlreichen Inputs, unterschiedliche Perspektiven aus Impulsvorträgen und das gemeinsame praktische Arbeiten verdeutlichen die Verbindungen zwischen Kunst, Kultur, Design und Nachhaltigkeit und ermutigen die Teilnehmenden, innovative Ansätze in ihre zukünftigen Projekte einzubeziehen.

Die Workshopreihe startete im Juni 2023 mit "Something OLD – nachhaltige Arbeitsweisen im Bühnenbild" und zielte darauf ab, aktuelle Nachhaltigkeitsinitiativen in Kunst und Kultur vorzustellen sowie eine Pionierforschung zu Kompositions- und Konstruktionsweisen für Bühnenräume anzustoßen. Eine zentrale Fragestellung war, welche innovativen Materialien, modularen Systeme, Diskurse und Publikationen schon existieren, die eine nachhaltige Arbeitsweise im Bühnen- und Kostümbild ermöglichen können. Neben Impulsvorträgen etwa von Mitchell Joachim, Terreform New York und der theoretischen Annäherung, bauten die Teilnehmenden aus einem ausrangierten Bühnenbild der Wuppertaler Oper einen Tisch für ein abschließendes gemeinsames Dinner, um Klima-Initiativen aus Wuppertal und Nordrhein-Westfalen einzuladen und in den Austausch zu kommen. Dr. Carolin Baedeker, stellvertretende Leiterin der Abteilung Nachhaltiges Produzieren und Konsumieren am Wuppertal Institut, und die Researcherin Eva Eiling aus der gleichen Abteilung boten zudem einen interaktiven Beitrag zum CO2-Fußabdruck an.

Der zweite Workshop "Something NEW – Neue Materialien" bot im November 2023 eine inspirierende Plattform für den Austausch zu ökologischen Materialien und naturbasierten Farben in der Szenografie. Dabei erkundeten die Teilnehmenden kollaborativ mit Theaterschaffenden sowie Expert*innen aus Kunst, Wissenschaft und Handwerk innovative Biomaterialien. Zur Erarbeitung neuer Visionen und Materialkonzepte wurde im Rahmen des Projektes "Pina Bausch Zentrum als ganzheitlich nachhaltiger Ansatz" die Zukunftsküche im Haus des Wuppertal Instituts in diesem Kontext zur "fabrica" – einem Ort für Workshops, Vorträge, Debatten und Austausch zum Thema Nachhaltigkeit und Kunst. Für die Konzeption der Veranstaltung war der Kostümforscher, Designer und Schneider Urs Dierker verantwortlich. Eröffnet wurde die Woche unter Anderem von Prof. Dr. Christa Liedtke, Leiterin der Abteilung Nachhaltiges Produzieren und Konsumieren am Wuppertal Institut. Zudem ergänzten Dr. Manuel Bickel, Co-Leiter des Forschungsbereichs Produkt- und Konsumsysteme am Wppertal Institut, sowie Dr. Carolin Baedeker und Eva Eiling das Programm durch wissenschaftliche und interaktive Beiträge. Haptisches Ergebnis des Workshops ist ein mobiles Labor – das ACKER Travel Lab.

Der dritte Workshop "Something BORROWED" nahm im März 2024 die Kreislaufwirtschaft in den Blick: Durch technische, theoretische und praktische Forschung bot der Workshop eine intensive Auseinandersetzung mit den Potenzialen und Herausforderungen der Theater-Szenografie in Bezug auf Materialkreisläufe. Exemplarisch erstellten die Beteiligten mit Hilfe von Tools und Technologien wie Material-3D-Druck und Virtual Reality temporäre analoge Modelle nachhaltiger, modularer Systeme als Treffpunkte für die Öffentlichkeit auf dem Vorplatz des zukünftigen Pina Bausch Zentrums. Die Modelle übertrugen die Teilnehmenden mittels 3D-Scan und erstellten daraus schließlich einen dreidimensionalen Druck. Die Prozesse und Ergebnisse des Workshops präsentierten sie abschließend im ehemaligen Schauspielhaus. Unter der inhaltlichen Anleitung von Lutz Hofmann, Transformationsmanager und ehemaliger technischer Direktor am Theater der Jungen Generation in Dresden, teilten Referierende wie unter anderem Dr. Holger Berg, stellvertretender Leiter der Abteilung Kreislaufwirtschaft am Wuppertal Institut, und die Researcherin Marina Fecke aus der gleichen Abteilung ihre Expertise aus dem Circular-Economy-Bereich. Einen interaktiven Beitrag zur Reflexion der Workshopsinhalte boten wieder Dr. Carolin Baedeker und Eva Eiling.

Der vierte Workshop "Something BLUE – Kunst der Zukunft" bildete vom 15. bis zum 20. Juni 2024 den Abschluss der Reihe und beschäftigte sich mit Ansätzen für eine nachhaltige Zukunft auf der Bühne. Es entstand ein Raum für Reflexion und Diskussion zur Frage, welche Fähigkeiten Szenograf*innen der Zukunft benötigen. Das Programm thematisierte die blauen Elemente Luft und Wasser in ihren ästhetischen, philosophischen und ökopolitischen Bedeutungen. Dabei lag der Fokus auf der gemeinsamen Lektüre, dem Austausch und der Auseinandersetzung mit künstlerischen Arbeitsweisen. Angeleitet wurde der Workshop von der Philosophin Melanie Sehgal von der Bergischen Universität Wuppertal und dem Theaterwissenschaftler und Dramaturgen Maximilian Haas von der Universität der Künste Berlin. Die Researcherinnen Jacqueline Klingen und Madeleine Raabe aus der Abteilung Nachhaltige Energie- und Industriesysteme am Wuppertal Institut boten einen wissenschaftlichen Beitrag zu planetaren Grenzen und natürlichen Senken. Ergänzt wurde der Workshop durch Yoga-Bewegungseinheiten und endete mit dem gemeinsamen Frühstücks-Dialog "Kunst trifft Wissenschaft" am Wuppertal Institut, bei dem sich Workshop-Szenograf*innen mit Mitarbeitenden des Wuppertal Instituts austauschten.

Die Workshopreihe wurde innerhalb des Projekts "Pina Bausch Zentrum als ganzheitlich nachhaltiger Ansatz" in Kooperation mit dem Wuppertal Institut realisiert, gefördert im Programm "Zero – Klimaneutrale Kunst- und Kulturprojekte der Kulturstiftung des Bundes". Gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Weitere Förderer sind das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und die Stadtsparkasse Wuppertal.


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