Sollte der Newsletter nicht richtig angezeigt werden, klicken Sie bitte hier.
08.11.2018

Liebe Leserinnen und Leser,

Kohlekraftwerke sind für knapp 40 Prozent des erzeugten Stromes und circa 80 Prozent der CO2-Emissionen des deutschen Stromsektors verantwortlich. Bis zum Jahr 2030 sieht der Klimaschutzplan der Bundesregierung für die Energiewirtschaft vor, die CO2-Emissionen von 60 bis 62 Prozent gegenüber 1990 zu mindern. Welchen Beitrag kann und muss die Reduzierung der Kohleverstromung leisten, wie und wann wird ein vollständiger Kohleausstieg möglich sein?

Am 31. Oktober 2018 verständigte sich die Kommission "Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung" einstimmig auf ihren ersten Zwischenbericht, der Maßnahmen zur sozialen und strukturpolitischen Entwicklung der Braunkohleregionen sowie zu ihrer finanziellen Absicherung in den Mittelpunkt stellt. Bis Dezember dieses Jahres soll sie einen konkreten Kohleausstiegspfad erarbeiten, und damit auch darstellen, welcher konkrete Beitrag hierdurch zu den kurz-, mittel- und langfristigen Klimaschutzzielen geleistet werden kann. Zusätzlich soll sie Vorschläge für eine Strukturentwicklung in den betroffenen Regionen vorlegen, mit denen Wachstum und Beschäftigung gestärkt werden können.
Derzeit sind noch rund 18.500 Personen in den Braunkohlekraftwerken und -tagebauen beschäftigt, weitere 4.000 bis 8.000 Menschen sind in den Steinkohlekraftwerken tätig. Hinzu kommen etwa gleich viele Menschen in den Regionen, die über die Vorleistungskette Beschäftigung finden. Investitionen in neue zukunftsfähige Arbeitsplätze sind daher notwendig, um für einen Ausgleich zu sorgen und vor Ort attraktive Lebensbedingungen aufrechtzuerhalten.
"Deutschland steht mit dem Ausstieg aus der Kohleverstromung vor einer großen Gestaltungsaufgabe. Wir haben aber die Chance, mit einem sozialverträglichen Ausstieg, der zugleich die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie sowie die Versorgungssicherheit gewährleistet, als Blaupause für andere Länder zu dienen. Folgen diese nach einem ähnlichen Muster dem Kohleausstieg in Deutschland, hätte dies einen sehr hohen klimapolitischen Multiplikationseffekt", sagt Prof. Dr.-Ing. Manfred Fischedick, Vizepräsident des Wuppertal Instituts.

Der Kohleausstieg ist klimapolitisch nicht nur notwendig, er ist auch energiewirtschaftlich sinnvoll und technisch und wirtschaftlich machbar. Wie dies gelingt, zeigt der neue "Kohlereader" des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, des Ecologic Instituts und des Wuppertal Instituts. Neben den relevanten klimapolitischen Aspekten fasst er auch die energie- und gesamtwirtschaftlichen Folgen eines Kohleausstiegs zusammen und weist auf die Gestaltungsmöglichkeiten hin.

In der Studie "Phasing-out Coal, Reinventing European Regions" analysieren die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Wuppertal Instituts, wie in vier europäischen Kohleregionen die bestehenden europäischen Struktur- und Investitionsfonds (ESI-Fonds) genutzt werden. Untersuchte Regionen sind die Lausitz, Aragon (Spanien), Schlesien (Polen) und Westmakedonien (Griechenland). "Es zeigt sich, dass die untersuchten Kohlebergbauregionen zwar fast keine ESI-Gelder in den Kohlesektor stecken, allerdings könnten die Gelder in vielen Regionen noch zielgerichteter für eine Transformation weg von der Kohle verwendet werden", sagt Timon Wehnert, stellvertretender Leiter des Büro Berlin und Projektleiter in der Abteilung Energie-, Verkehrs- und Klimapolitik am Wuppertal Institut.

Damit wir die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens erfüllen und die globale Erwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius begrenzen können, ist ein Ende des Kohleabbaus in Deutschland unabdingbar. Es kommt jetzt auf eine kluge Gestaltung des Ausstiegs in Deutschland an, um weltweit Nachahmer zu finden.

Gestalten Sie mit uns eine kohlefreie Zukunft!
Christin Hasken und Anna Riesenweber















weitere Termine

Einstellungen ändern

Sie erhalten diese E-Mail als Abonnent/-in unseres Newsletters unter der Adresse ###USER_email###

› Adresse ändern

› Newsletter abmelden

› deutschen Newsletter abonnieren

› englischen Newsletter abonnieren

Impressum

Verantwortlich:

Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie gGmbH
Döppersberg 19, 42103 Wuppertal
Tel.: +49 202 2492-0, Fax: +49 202 2492-108
Redaktion: Christin Hasken
E-Mail: internet-redaktion@wupperinst.org
Internet: wupperinst.org

Das Wuppertal Institut übernimmt keine Gewähr für die Inhalte verlinkter externer Webseiten. Weitere rechtliche Hinweise entnehmen Sie dem Impressum und den Datenschutzhinweisen auf der Webseite des Wuppertal Instituts. Hinweise zu den verwendeten Fotos finden Sie auf den genannten Webseiten oder im Impressum.

› Impressum auf der Webseite

› Datenschutzerklärung auf der Webseite