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11.02.2019
Dr. Henning Wilts, Leiter der Abteilung Kreislaufwirtschaft, fordert für die Plastikherstellung recycelte Kunststoffe zu verwenden. Quelle: Wuppertal Institut/A. Riesenweber

Liebe Leserinnen und Leser,

seit dem 1. Januar 2019 gilt in Deutschland das Verpackungsgesetz (VerpackG), das die Verpackungsordnung ablöst und mithilfe festgelegter Standards in erster Linie die Recyclingquoten steigern soll. Aber ist das tatsächlich der richtige Ansatz? Obwohl Deutschland als "Recyclingweltmeister" gilt und seinen Müll so eifrig trennt wie kaum ein anderes Land, kommen nur 12 Prozent des in Deutschland verarbeiteten Kunststoffs tatsächlich aus dem Recycling.

Laut Abfallstatistik werden in Deutschland über 99 Prozent des Kunststoff-Verpackungsabfalls verwertet, aber was sagt diese Zahl tatsächlich aus? Dr. Henning Wilts, Leiter der Abteilung Kreislaufwirtschaft am Wuppertal Institut, verweist darauf, dass aus einer Kreislaufwirtschaftsperspektive ganz andere Zahlen und Ziele relevant seien, wie er im Interview mit SPIEGEL ONLINE erklärt. Von 14 Millionen Tonnen verarbeiteten Kunststoffen kommen bei uns grade einmal 5,6 Prozent aus dem Recycling von Post-Consumer-Abfällen – diesen Anteil gilt es zu erhöhen. Heutige Verpackungen lassen sich zudem auch noch schlechter recyceln als früher – wie etwa Verpackungen für Eier, Gebäck, Fleisch, Käse und schwarz gefärbte Verpackungen. Wilts fordert daher den Einsatz von recyceltem Material bei der Plastikherstellung zu "erzwingen", was er auch im WDR 5 Quarks-Interview betont. Einige Akteurinnen und Akteure haben sich bereits freiwillig zu Rezyklat-Anteilen in ihren Produkten verpflichtet. Die Kreislaufwirtschaft als Innovationsagenda wird jedoch zumindest in der Anfangsphase eine verlässliche Nachfrage nach hochwertigen Kunststoffen aus dem Recycling brauchen.
Einige Produkthersteller starten daher auch Projekte für verbesserte Verpackungen, doch längst sieht nicht jeder Hersteller darin einen Mehrwert, bemängelte der Kreislaufexperte bei ZDF WISO. Das neue Verpackungsgesetz beinhalte zwar erstmals die Verpflichtung, die Recyclingfähigkeit in den Lizenzgebühren zu berücksichtigen, für die Industrie fehle es jedoch an verlässlichen Rahmenbedingungen, wie das in der Praxis tatsächlich umgesetzt werden kann. In anderen Ländern gibt es zudem klare finanzielle Anreize, die Vermeidung von Verpackungsabfällen voranzubringen.

Das Wuppertal Institut will dazu beitragen, Kunststoff möglichst ressourceneffizient in Kreisläufen zu führen und dafür die notwendigen Akteure zusammenbringen. Im gerade gestarteten Projekt "Di-Plast" unterstützt es für die kommenden drei Jahre Akteure aus der Kunststoffverarbeitung und -recycling und fördert durch Digitalisierungsansätze den Rezyklat-Einsatz.
Aber auch beim Konsum lässt sich Plastikabfall vermeiden: Für die Senatsverwaltung Berlin plant das Wuppertal Institut derzeit beispielsweise konkrete Pilotprojekte, um die Wiederverwendung zu erhöhen – mit tausenden Produkten, die heute wieder genutzt werden können statt im Abfall zu landen.

Die Devise lautet also vermeiden oder mehrmals wiederverwenden!
Christin Hasken und Anna Riesenweber

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