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14.05.2018
Die Hafenbehörde Rotterdam strebt bis 2050 ein CO2-neutrales Industriecluster des Hafens an. Quelle: DigiClicks, E+, Getty Images

Liebe Leserinnen und Leser,

im April 2018 legte die Internationale Seeschifffahrtsorganisation der Vereinten Nationen (International Maritime Organization, kurz IMO) erstmals die lange geforderte Strategie zur absoluten Minderung der Treibhausgasemissionen innerhalb der internationalen Schifffahrt vor. Diese sieht vor, die Emissionen bis 2050 um mindestens 50 Prozent gegenüber 2008 zu senken und den Trend der ansteigenden Emissionen möglichst rasch zu stoppen. Zuvor hatten viele Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU), darunter Deutschland und die Niederlande, anspruchsvolle Ziele und schnelle Aktivitäten von der IMO gefordert.

Der Hafen Rotterdam gehört zu den Vorreitern bezüglich Minderung von Treibhausgasemissionen. Er ist der größte Hafen Europas und erstreckt sich über 40 Kilometer bis zur Nordseeküste. In ihm ist neben einem der größten petrochemischen Cluster Europas auch ein wichtiger Kraftwerksstandort der Niederlande angesiedelt. Das ehrgeizige Ziel: Der Hafen will die Treibhausgasemissionen seines Industrieclusters als auch des Güterverkehrs weitgehend reduzieren. Welche Optionen es dafür gibt, analysierte das Wuppertal Institut im Auftrag der Rotterdamer Hafenbehörde in der kürzlich abgeschlossenen Studie "Deep Decarbonisation Pathways for Transport and Logistics Related to the Port of Rotterdam". Die Forscherinnen und Forscher fanden heraus, dass sich der mit dem Hafen zusammenhängende Güterverkehr auf See aber auch im Hinterlandverkehr, also der Beförderung von Exportgütern zu Seehäfen und Abtransport der Importgüter in umgekehrter Richtung, bis zum Jahr 2050 sogar vollständig treibhausgasneutral abwickeln ließe. "Bis 2050 können die CO2-Emissionen des Güterverkehrs von und nach Rotterdam vollständig vermieden werden, wenn rasch auf Elektrifizierung, Wasserstoff sowie synthetische Kraftstoffe wie Methanol umgestellt wird", sagt Prof. Dr. Stefan Lechtenböhmer, Leiter der Abteilung Zukünftige Energie- und Mobilitätsstrukturen am Wuppertal Institut. Die Studie entstand innerhalb des Projekts "PoR Transport" und untersuchte außerdem, welche Auswirkungen eine tiefgreifende Klimaschutzstrategie in Europa auf die Transport- und Logistikaktivitäten des Rotterdamer Hafens hätte und gibt entsprechende Empfehlungen. Die Studienergebnisse stellte die Hafenbehörde Rotterdam Anfang April in Rotterdam der Öffentlichkeit vor. In Kürze erscheint die vollständige Studie, inklusive aller zentralen Ergebnisse und Details zum Projekt, die auf der Website des Wuppertal Instituts abgerufen werden kann.

Der Hafen von Rotterdam verursacht allerdings nicht nur wegen des Verkehrs beträchtliche Treibhausgasemissionen. Im Jahr 2015 beliefen sich die CO2-Emissionen des Industrieclusters im Hafen Rotterdam auf rund 30 Millionen Tonnen. Das entsprach 18 Prozent der Gesamtemissionen der Niederlande. Um die CO2-Emissionen der Industrie bei gleichzeitiger Herstellung von Kraftstoffen und chemischen Produkten radikal zu reduzieren, erarbeiteten Forscherinnen und Forscher des Wuppertal Instituts im Vorgängerprojekt "Klimaschutzszenarien für den Hafen Rotterdam" zur Lösung dieser Problematiken bereits Empfehlungen zu Transformationspfaden. "Durch Investitionen in neue Technologien, wie Wasserelektrolyse und Vergasung oder Pyrolyse zur Abtrennung von Kohlenstoff aus Abfällen, sowie in Technologien zur Herstellung von Grundchemikalien aus Synthesegas und einen Ausstieg aus der Stromerzeugung aus fossilen Energieträgern, lassen sich die CO2-Emissionen des Industrieclusters um bis zu 98 Prozent reduzieren", fasst Sascha Samadi, Projektkoordinator und wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Abteilung Zukünftige Energie- und Mobilitätsstrukturen am Wuppertal Institut, das vorangegangene Studienergebnis zusammen. 

Lassen Sie uns gemeinsam daran arbeiten, die Häfen der Welt CO2-neutral zu machen!
Christin Hasken und Anna Riesenweber


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