ForschungspreisTransformativeWissenschaft

Erstmalig wurde 2017 der Forschungspreis "Transformative Wissenschaft" des Wuppertal Instituts und der Zempelin-Stiftung im Stifterverband ausgelobt. Jetzt wird der Preis zum dritten Mal vergeben.

Der Forschungspreis "Transformative Wissenschaft" zielt auf alle Formen von Forschung ab, die gesellschaftliche Impulse auslösen und fördern und dabei die Zivilgesellschaft einbeziehen. Eine bedeutende Rolle spielen hier transdisziplinäre Forschungsdesigns. Dotiert ist der Forschungspreis mit 25.000 Euro. Dieses Geld kommt Preisträgerinnen und Preisträgern für Projektideen im Bereich ihrer transformativen Wissenschaft zugute. Das Wuppertal Institut vergibt 2019 zum dritten Mal den Forschungspreis, der von der Zempelin-Stiftung im Stifterverband gefördert wird. Die durch den Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft erfolgte Beauftragung, die Preisvergabe des von der Zempelin-Stiftung geförderten Preises für eine "Transformative Wissenschaft" zu koordinieren, versteht das Wuppertal Institut als Anerkennung für seine Leistungen in diesem Feld.

Ausschreibung 2019

Auch in diesem Jahr richtete sich die Ausschreibung an herausragende Forscherinnen und Forscher einer Transformativen Wissenschaft, die mit ihrer wissenschaftlichen Arbeit einen relevanten gesellschaftlichen Beitrag geleistet haben und leisten. Der Preis ist mit 25.000 Euro dotiert und wird von der Zempelin-Stiftung im Stifterverband gefördert. Ab sofort können sich Forscherteams oder einzelne Personen bis zum 31. Mai 2019 bewerben.

Transformative Wissenschaft versteht sich als eine Wissenschaft, die mit inter- und transdisziplinären Methoden gesellschaftliche Veränderungen anstößt, begleitet und für die Veränderungsprozesse relevante "Stakeholder empowert". Gesucht waren in diesem Jahr Persönlichkeiten und Forschungsteams, die mit ihren wissenschaftlichen Arbeiten oder einzelnen Projekten gesellschaftliche Veränderungsprozesse beeinflusst haben und die herausragende transformative Forschung auch in Zukunft erwarten lassen. Das Preisgeld soll dafür genutzt werden, um Freiräume und Ressourcen für die Umsetzung von Projektideen im Bereich transformativer Forschung zu schaffen. Antragsberechtigt waren Forscherinnen und Forscher aus Universitäten, außeruniversitären Forschungseinrichtungen sowie aus der Zivilgesellschaft. Eine unabhängige Jury hat die diesjährige Gewinnerin ausgewählt.

Auswahlkriterien

Die Jury bewertete besonders die Qualität und den Innovationsgrad des transformativen Forschungsansatzes sowie die gesellschaftliche Relevanz des Themas. Darüber hinaus waren die transformativen Wirkungen sowie die Gestaltungskraft und Ausstrahlung der Forschung in diesem Jahr maßgebend für die Bewertung.

Gewinnerin 2019

Die Professorin Melanie Jaeger-Erben überzeugte die Jury mit ihrem eindrucksvollen inter- und transdisziplinären Profil, ihren bisherigen akademischen Erfolgen und der Fähigkeit, aktuelle Fragestellungen der Nachhaltigkeitsforschung mit innovativen transdisziplinären Methoden zu bearbeiten und zu reflektieren. Sie gewinnt in diesem Jahr den Forschungspreis „Transformative Wissenschaft“ in Höhe von 25.000 Euro. Melanie Jaeger-Erben freut sich über die Anerkennung ihrer Arbeit: "Mit dem Preisgeld möchte ich voraussichtlich unsere Arbeit an einer öffentlichkeitswirksamen Plattform zur Verbreitung der Idee einer transformativen und inklusiven 'Circular Society' intensivieren."

Melanie Jaeger-Erben
Prof. Dr. Melanie Jaeger-Erben ist die Gewinnerin des diesjährigen Forschungspreises "Transformative Wissenschaft". Quelle: Fraunhofer IZM

Seit Juni 2019 leitet Melanie Jaeger-Erben das Fachgebiet "Transdisziplinäre Nachhaltigkeitsforschung in der Elektronik" an der TU Berlin. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind Konsum- und sozialwissenschaftliche Technikforschung sowie soziale Innovation und sozialer Wandel. Sie beschäftigt sich insbesondere mit Strategien zur Förderung nachhaltiger Produktions- und Konsumsysteme. An der TU Berlin leitet sie seit Juli 2016 die SÖF-Nachwuchsgruppe "Obsoleszenz als Herausforderung für Nachhaltigkeit" (OHA). Die Gruppe untersucht das Phänomen der Obsoleszenz aus sozial-, wirtschafts-, ingenieurs- und rechtswissenschaftlicher Perspektive. Da zu kurze Nutzungs- und Lebensdauern von Elektronikgeräten großen sozial-ökologischen Schaden anrichten, entwickelt die Nachwuchsgruppe der TU Berlin und des Fraunhofer-Instituts für Zuverlässigkeit und Mikrointegration IZM unter der Leitung von Prof. Dr. Melanie Jaeger-Erben Strategien, die eine nachhaltigere Produktions- und Konsumpraxis fördern.

Die Wissenschaftlerin studierte Psychologie und Soziologie an den Universitäten Göttingen und Uppsala (Schweden) und absolvierte den Aufbaustudiengang "Qualitative Sozial- und Bildungsforschung" an der Universität Magdeburg. Ihre Promotion in Soziologie schloss sie 2010 an der TU Berlin ab. Von 2013 bis 2016 war Melanie Jaeger-Erben als Mitarbeiterin von Ellen Matthies im Wissenschaftlichen Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) als Referentin tätig.

Nachwuchsgruppe Obsoleszenz
Die Nachwuchsgruppe Obsoleszenz (von links): Prof. Dr. Melanie Jaeger-Erben, Dr. Janis Winzer (Co-Leitung), Tamina Hipp, Eduard Wagner, Marina Proske, Christian Dickenhorst, Florian Hofmann und Dr. Max Marwede (nicht im Bild: Erik Poppe). Quelle: Fraunhofer IZM
Die siebenköpfige Jury
  • Prof. Dr. Claudia Hornberg
    Universität Bielefeld, Professorin an der Fakultät für Gesundheitswissenschaften; AG 7 Umwelt und Gesundheit
  • Prof. Dr. Heike Köckler
    Hochschule für Gesundheit, Dekanin im Department of Community Health, Professorin Sozialraum und Gesundheit
  • Prof. Dr. Jasmin Mantilla-Contreras
    Universität Hildesheim, Professorin am Institut für Biologie und Chemie; Ökologie und Umweltbildung
  • Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Marquardt
    Vorstandsvorsitzender des Forschungszentrums Jülich
  • Dr. Volker Meyer-Guckel
    stellvertretender Stifterverband, stellvertretender Generalsekretär und Mitglied der Geschäftsleitung, Leitung des Bereichs Programm und Förderung
  • Prof. Dr. Roland Scholz
    Donau-Universität Krems, Chief Senior Scientist und Gastprofessor Department für Wissens- und Kommunikationsmanagement
  • Dr. Steffi Ober
    Initiatorin und Leiterin "Zivilgesellschaftliche Plattform Forschungswende"
Über den Forschungspreis

Der Forschungspreis "Transformative Wissenschaft" zielt auf alle Formen der Forschung ab, die gesellschaftliche Impulse auslöst, gesellschaftlichen Wandel fördert und dabei die Zivilgesellschaft mit einbezieht. Eine bedeutende Rolle spielen dabei transdisziplinäre Forschungsdesigns. Dotiert ist der Preis mit 25.000 Euro. Dieses Geld kommt Preisträgerinnen und Preisträgern für Projektideen im Bereich ihrer transformativen Wissenschaft zugute. Neben dem Preisgeld erhält das Gewinnerteam eine Skulptur, die aus den Stahl-Schienen der im Jahr 1898 erbauten Wuppertaler Schwebebahn geschmiedet wurde.