Forschungsbereich

Innovationslabore

Der Forschungsbereich Innovationslabore entwickelt und begleitet offene Innovationsprozesse für nachhaltige Produktions- und Konsummuster in Unternehmen, Politik und Gesellschaft.

Für die Entwicklung von Wohlstand in der Gesellschaft und die Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Ressourcenverbrauch sind neue Produkte und Dienstleistungen erforderlich, die die Effizienz der Ressourcennutzung steigern, Umweltbelastungen reduzieren und hohe Lebensqualität bieten. Daher wollen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verstärkt daran arbeiten, die dafür notwendige Wissensbasis zu schaffen und relevante Innovationsprozesse beschleunigen.

Der Forschungsbereich Innovationslabore analysiert, begleitet und entwickelt dazu Innovationsprozesse für nachhaltigere Produkte, Dienstleistungen, Geschäftsmodelle, insbesondere in Unternehmen und Quartieren. Schwerpunkt ist die ressourceneffiziente, soziotechnische Gestaltung der Industrie-, Konsum- und Wohlstandswende über innovatives, ressourcenleichtes Produkt-Dienstleistungs-Design.

Als grundlegender Ansatz wird der sogenannte Sustainable-Living-Lab-Ansatz verfolgt, der auf die akteurs- und nutzerintegrierte Entwicklung und Gestaltung von Produkten und Dienstleistungen im realweltlichen Umfeld abzielt. Living Labs sind Innovationsorte mit hohem realweltlichen Bezug, in denen Geschäftsmodelle, Produkte und Dienstleistungen von der Idee bis in die Praxis anwendungsnah mit Herstellern, Kunden und anderen Akteuren der Wertschöpfungskette entwickelt und optimiert werden. Die frühzeitige Berücksichtigung von Nutzenden und ihren Bedarfen, Kontext- und Anwendungswissen senkt Entwicklungsrisiken, beschleunigt den Innovations- und Diffusionsprozess und ist damit ein wesentlicher Faktor für Akzeptanz und Markterfolg nachhaltigerer Produkte und Geschäfts-, Konsum-und Wohlstandsmodelle. Das Design – unter anderem Social Design, partizipatives Design, Service Design, Experience Design – neuer ressourcen- und energieeffizienter Lösungen führt über sozio-technische Innovationen dazu, Routinen zu verändern, Effizienz-, Konsistenz- und Suffizienz-Potenziale zu heben und so nachhaltige Transformation in Produktion und Konsum zu gestalten. Dann ist vom "Transitiondesign" die Rede.

Die zentrale Forschungsfrage: Wie können Unternehmen und Quartiere in der Gestaltung einer gesellschaftlichen Transformation durch die Entwicklung und Gestaltung nutzerintegrierter, ressourcenleichter Produkt-Dienstleistungssysteme und Geschäfts- und Wohlstandsmodelle unterstützt werden?

Thematische Schwerpunkte

Der Forschungsbereich adressiert drei zentrale Forschungsthemen:

1. Geschäftsmodelle und Produktdesign (Living-Lab-as-a-Service)

  • Nutzerintegriertes Design in Living Labs – Konzeption und Umsetzung (LL)
  • Geschäftsmodellentwicklung und digitale Markterschließung (GE)
  • Innovationsmanagement für nachhaltige Markttransformation (IM)

2. Nutzungskonzepte und Transition Design

  • Transition Design/Nachhaltige Produkt- und Dienstleistungskonzepte (PSS)
  • Soziale Innovationen/Gutes Leben im Quartier (SI)
  • Aktivierung der Quartiersbewohnerinnen und -bewohner (Reallabore)

3. Innovationspolitik und Bildung

  • Living-Lab-Innovationsinfrastruktur: Strategie- und Netzwerkentwicklung
  • Bewertung und Entwicklung von wertschöpfungsketten- und unternehmensnaher Politikinstrumente (inkl. Standards und Start-up-Förderung beispielsweise in Climate-KIC)
  • Transformative Literacy/Qualifizierungs- und Bildungskonzepte (BNE)
Ziele

Ziel ist die Beschleunigung von sozio-technischen Innovationsprozessen, Produkt-Dienstleistungs- und Marktentwicklung für nachhaltiges Produzieren und Konsumieren (NPK) sowie die Förderung von dazu notwendigen Kompetenzen und der Bildung für Nachhaltigkeit (BNE). Unsere Vision ist dabei eine nachhaltige, ressourcenleichte Wirtschaft und Gesellschaft, in der Produkte und Dienstleistungen hohe Lebensqualität bieten, global oder vor Ort fair produziert werden und die Umwelt schonen. Der Schwerpunkt ist die daher die marktorientierte Gestaltung der Wohlstands- und Konsumwende im Sinne der 8-Tonnen Gesellschaft, in der nur noch acht Tonnen natürliche Ressourcen pro Person und Jahr aus der Umwelt entnommen werden (Berechnung nach dem MIPS-Konzept). Weitere Informationen sind im nachfolgenden Link zu finden.

Projekte

Hier finden Sie Projekte des Forschungsbereichs: