Forschungsbereich

Innovationslabore

Der Forschungsbereich Innovationslabore analysiert, begleitet und gestaltet Innovationsprozesse für nachhaltige Produkte, Dienstleistungen sowie Geschäftsmodelle und unterstützt soziale Interventionen insbesondere in Unternehmen und Quartieren.

Um die Wohlstandsentwicklung in der Gesellschaft und das Wirtschaftswachstum vom Ressourcenverbrauch zu entkoppeln, sind technische, soziale und regulatorische Innovationen erforderlich. Diese steigern die Effizienz der Ressourcennutzung, reduzieren die Umweltbelastungen und bieten eine hohe Lebensqualität.

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Ziele

Wie lassen sich soziale und sozio-technische Innovationen nutzerintegriert so gestalten, dass sie Produktions- und Konsummuster im Hinblick auf eine Acht-Tonnen-Gesellschaft und das 1,5-Grad-Ziel verändern? Mit dieser Frage beschäftigen sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Forschungsbereichs Innovationslabore. Ziel ihrer Forschung ist es, soziale und sozio-technische Innovationsprozesse, Produkt-Dienstleistungs- und Marktentwicklung für nachhaltiges Produzieren und Konsumieren zu beschleunigen sowie die dazu notwendigen Kompetenzen und der Bildung für Nachhaltigkeit (BNE) zu fördern. Sie verfolgen dabei die Vision einer nachhaltigen, ressourcenleichten Wirtschaft und Gesellschaft, in der Produkte und Dienstleistungen hohe Lebensqualität bieten, global oder vor Ort fair produziert werden und die Umwelt schonen.
Der Schwerpunkt liegt auf einer marktorientierten, ressourceneffizienten und soziotechnischen Gestaltung der Industrie-, Wohlstands- und Konsumwende über innovative, ressourcenleichte Produkt-Dienstleistungs-Designs – im Sinne des 1,5-Grad-Ziels und der Acht-Tonnen Gesellschaft. Dabei werden nur noch acht statt wie bislang 30 bis 35 Tonnen natürliche Ressourcen pro Person und Jahr aus der Umwelt entnommen.

Grundlegender Ansatz der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ist die Reallaborforschung. Akteure aus Wissenschaft und Praxis arbeiten in kollaborativer, interventions-orientierter Forschung zusammen, um gemeinsame Lösungen für ein reales Nachhaltigkeitsproblem zu entwickeln und zu testen. Insbesondere verfolgen die Forschenden dabei den Innovationsansatz der „Sustainable-Living-Labs“. Dieser zielt auf die akteurs- und nutzerintegrierte Entwicklung und Gestaltung von Produkten und Dienstleistungen im realweltlichen Umfeld ab.

Living Labs sind Innovationsorte mit hohem realweltlichem Bezug. In diesen werden Geschäftsmodelle, Produkte und Dienstleistungen von der Idee bis in die Praxis anwendungsnah mit Herstellern, Kundinnen und Kunden sowie anderen Akteuren der Wertschöpfungskette entwickelt und optimiert. Die frühzeitige Berücksichtigung von Nutzenden und ihren Bedarfen, Kontext- und Anwendungswissen senkt Entwicklungsrisiken und beschleunigt den Innovations- und Diffusionsprozess – dies ist ein wesentlicher Faktor für Akzeptanz und Markterfolg nachhaltigerer Produkte und Geschäfts-, Konsum-und Wohlstandsmodelle.

Auf der Ebene von Quartieren und Städten spielen neben ressourcenleichteren, nachhaltigen Produkt-Dienstleistungsangeboten vor allem auch soziale Innovationen eine große Rolle. Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie zeigt sich, dass die Resilienz der sozialen Interaktionsstrukturen von Quartieren und Städten entscheidend für ein gutes und nachhaltiges Leben im Quartier ist.

Das Design – wie etwa Social Design, partizipatives Design, Service Design und Experience Design – neuer ressourcen- und energieeffizienter Lösungen führt über soziale und sozio-technische Innovationen dazu, Konsum- und Produktionsstile zu verändern. Zudem steigert es die Effizienz-, Konsistenz- und Suffizienz-Potenziale und hilft nachhaltige Transformation in Wertschöpfungsketten, Städten und Quartieren zu gestalten. Dann ist von "Transitiondesign" die Rede.

Profil des Forschungsbereichs Innovationslabore
Thematische Schwerpunkte

Der Forschungsbereich adressiert drei zentrale Forschungsthemen:

  • Kommunale Reallabore gestalten
    In urbanen Transformationsprozessen werden Resilienz- und Nachhaltigkeitsmanagement sowie soziale Innovationen analysiert und im Sinne eines "Guten Leben im Quartier" durch Ansätze des Urban Design nachhaltig gestaltet.
  • Unternehmerische Innovationen ausrichten Digitale Produkt-Dienstleistungssysteme und Geschäftsmodelle werden mit dem Living-Lab-Ansatz nutzerintegriert entwickelt. Darüber hinaus wird das Innovationsmanagement in Unternehmen nachhaltigkeitsorientiert begleitet und gestaltet.
  • Kompetenzen und Infrastrukturen fördern Lern- und Bildungskonzepte werden analysiert und erarbeitet, um transformatives Lernen insbesondere in Reallaboren und Living Labs zu ermöglichen; Strategie- und Netzwerkentwicklung für nachhaltige Forschungs- und -Innovationsinfrastrukturen werden initiiert und begleitet.

Projekte

Hier finden Sie Projekte des Forschungsbereichs: