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19.12.2019

Liebe Leserinnen und Leser,

ein ereignisreiches Jahr neigt sich dem Ende zu: 2019 war ein insbesondere umwelt- und klimapolitisch bewegtes Jahr – global wie deutschlandweit. Dies möchten wir zum Anlass nehmen, um auf die intensiven Wochen und Monate zurückzublicken und einen kleinen Ausblick zu geben:

Am 20. September 2019 verabschiedete das Klimakabinett der großen Koalition nach monatelangem Ringen seine Eckpunkte für das Klimaschutzprogramm 2030. Allerdings blieb das Klimapaket hinter den Erwartungen zurück. Die Forschenden des Wuppertal Instituts veröffentlichten begleitend dazu eine Einschätzung des Klimapakets und waren sich einig: Angesichts der Herausforderungen, die es zu lösen gilt, seien die Ergebnisse enttäuschend. Das Klimapaket sei zu kleinteilig und in seiner Wirkungskraft begrenzt.
Vor allem ein CO2-Preis mit relevanter Lenkungswirkung gerade in den Sektoren Verkehr, Gebäude und Landwirtschaft sei mit seiner Signalwirkung dafür ebenso essentiell wie ein ambitioniertes Förder- und Innovationsprogramm, hieß es bereits in dem Wuppertal Paper "Ein CO2-Preis als Instrument der Klimapolitik", das die Forschenden des Instituts zuvor publizierten.

Am gleichen Tag, an dem die Bundesregierung im Klimakabinett über ihre nächsten Schritte in der Klimapolitik entschied, riefen Schülerinnen und Schüler der Fridays-for-Future-Bewegung gemeinsam mit einem breiten Bündnis alle Menschen zum "nationalen Klimastreik" auf. Das Wuppertal Institut öffnete an diesem Tag seine Türen zur "Klima-Wissensbörse" und veröffentlichte begleitend dazu das Diskussionspapier "Bepreisung der Klimawirkung von Treibhausgasemissionen erfordert Flankierung durch zusätzliche Instrumente und stärker langfristige Ausrichtung". Es greift die aktuelle Debatte über die zukünftige Ausgestaltung der Klimapolitik in Deutschland auf und fasst wesentliche Eckpunkte zusammen, die für einen Erfolg der deutschen Klimapolitik entscheidend sind und bei den Verhandlungen des Klimakabinetts und der genauen Ausgestaltung des Klimapaktes berücksichtigt werden sollten.

Nicht nur Forschende setzten sich für einen stärkeren Klimaschutz ein. Bereits seit Monaten demonstrieren weltweit Kinder und Jugendliche im Rahmen der Fridays-for-Future-Bewegung für den Klimaschutz und fordern eine klimagerechte Zukunft. Die Proteste und das Engagement der jungen Menschen waren auch auf der 25. Weltklimakonferenz (Conference of the Parties, kurz COP25) allgegenwärtig, die nach einem kurzfristigen Ortswechsel vom 2. bis 15. Dezember 2019 in Madrid unter der Präsidentschaft von Chile stattfand.
Wie jedes Jahr waren die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des Wuppertal Instituts vor Ort und beobachteten die Verhandlungen. Die zentralen Ergebnisse der Klimakonferenz fassten sie in ihrem Kurzanalysebericht zusammen. Bereits eine erste Einschätzung des Instituts kritisierte, dass Madrid einmal mehr die Grenzen der konsensbasierten UN-Klimakonferenzen demonstriert hat. Trotz zäher Verhandlungen gingen die Beschlüsse zur Ambitionssteigerung allerdings kaum über das hinaus, was bereits beim Pariser Weltklimagipfel 2015 vereinbart wurde.
Das Wuppertal Institut setze während der COP25 zudem auf zahlreichen Sideevents zu zentralen Zukunftsthemen wichtige Impulse. Anfang 2020 wird dann der ausführliche Analysebericht zur COP25 erscheinen. Bleiben Sie gespannt und informiert unter: #MakingParisPossible!

Auch wenn die diesjährige COP nach zähem Ringen und rund 40 Stunden verspätet enttäuschend endete, tut sich auf nationaler und europäischer Ebene endlich etwas: Nachdem das Klimapaket nicht nur vom Wuppertal Institut, sondern auch von zahlreichen Forschenden anderer Institute sowie Umweltverbänden scharf kritisiert wurde, reagierte die Bundesregierung und hat in dieser Woche Nachbesserungen beim Klimapaket zugesagt. Der CO2-Preis soll beispielsweise zum 1. Januar 2021 von ursprünglich 10 auf 25 Euro pro Tonne steigen; für 2025 ist nun ein CO2-Preis von 55 Euro pro Tonne vorgesehen statt ursprünglich 35 Euro, womit eine deutlich größere Lenkungswirkung erzielt werden kann. Im RTL Nachtjournal kommentierte Prof. Dr.-Ing. Manfred Fischedick, Vizepräsident des Wuppertal Instituts, die Ausgestaltung des Klimapakets entsprechend als Fortschritt, vermutlich aber immer noch nicht ausreichend, um die selbstgesteckten Ziele der Bundesregierung zu erreichen.
Europa versucht parallel wieder eine Vorreiterrolle im Klimaschutz einzunehmen: Mit dem europäischen Green Deal beschloss das Europaparlament, dass Europa als erster Kontinent bis 2050 klimaneutral werden soll und schnürte dafür ein äußerst ehrgeiziges Maßnahmenpaket.

Wissenschaftliche Doppelspitze und 13 neue Forschungsbereiche

Nicht nur die Klimadebatte hat das Wuppertal Institut in 2019 beschäftigt. Auch innerhalb der Organisationsstruktur des Instituts hat sich viel getan. Es organisierte seine Arbeit neu in 13 inhaltlich klar profilierte Forschungsbereiche innerhalb der vier Institutsabteilungen, um die Forschung noch kraftvoller nach außen zu tragen: von der digitalen Transformation über nachhaltige Städte bis zur Dekarbonisierung von Schlüsselindustrien.

Außerdem wird das, was bereits seit zehn Jahren gelebte Praxis am Institut ist, nun offiziell: Der bisherige Vizepräsident Prof. Dr.-Ing. Manfred Fischedick wird ab 1. Januar 2020 gleichberechtigter wissenschaftlicher Geschäftsführer des Instituts. Die wissenschaftliche Doppelspitze von Manfred Fischedick und Prof. Dr. Uwe Schneidewind für die mehr als 230 Mitarbeitenden ist dabei auch eine Antwort auf die gewachsene inhaltliche und organisatorische Komplexität der Institutsarbeit und die Gestaltung komplexer Transformationsprozesse.

Mit der neuen Forschungsstruktur und neuer Doppelspitze stellt sich das Wuppertal Institut den Herausforderungen der kommenden Jahre. Ziel ist es, sowohl dem Wachstum des Instituts und der damit höheren Führungskomplexität Rechnung zu tragen als auch die Forschungsfelder des Instituts noch klarer nach außen zu positionieren.

Diesen Schwung aus 2019 nehmen wir mit ins kommende Jahr. Wir freuen uns auf ein inspirierendes Jahr 2020, in dem wir unsere Themen innerhalb der neuen Forschungsstruktur weiter stärken.

Für das entgegengebrachte Vertrauen und die angenehme Zusammenarbeit möchten wir uns bedanken und wünschen Ihnen schöne Festtage und ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr.

Starten Sie mit uns kraftvoll ins Jahr 2020!
Christin Hasken und Anna Riesenweber

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Tel.: +49 202 2492-0, Fax: +49 202 2492-108
Redaktion: Christin Hasken
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