Weiterentwicklung der konzeptionellen Überlegungen zur ökologischen Gerechtigkeit als Teil der Sozialberichterstattung in Deutschland auf der Grundlage von Experteninterviews und eines Fachgesprächs: Hauptstudie

  • Projekt-Nr.2119
  • Laufzeit 10/2004 - 11/2006

Hintergrund des Vorhabens ist eine neue Relevanz der Zusammenhänge und Wechselwirkungen zwischen Ökologie und Gerechtigkeit. Zum einen treffen umweltpolitisch begründete Maßnahmen in der Bevölkerung nur dann auf Akzeptanz, wenn sie als gerecht empfunden werden. Zum anderen ist es erforderlich, dass die Chancen auf eine nachhaltigere Lebensqualität, die mit einer ökologischen Umgestaltung verbunden sind, in den öffentlichen Diskursen eine adäquate Berücksichtigung finden. Das Projekt soll einen Beitrag dazu leisten, den Begriff der ökologischen Gerechtigkeit im öffentlichen Diskurs zu etablieren und eine Anerkennung von "Umwelt" als Wohlfahrtsbestandteil zu erreichen.

Das explorativ angelegte Vorhaben gliedert sich in drei Module; vom Wuppertal Institut werden die Module I und II bearbeitet. Zielsetzung von Modul I ist es, anhand ausgewählter umweltpolitisch relevanter Akteure explizit oder implizit vertretene Positionen zu Gerechtigkeit und Wohlfahrt sowie die diesen zugrunde liegenden Wertvorstellungen und Verständnisse von Zielen, Problemen und Handlungsnotwendigkeiten zu erheben (Akteursanalyse). In Modul II wird ein Überblick über die wichtigsten Nachhaltigkeits- und Wohlfahrtskonzepte sowie über die zwischen ihnen bestehenden Schnittstellen und Konfliktlinien erarbeitet, soweit die Konzepte für die Umwelt- und Sozialberichtserstattung potenziell von Bedeutung sind (Konzeptanalyse). Eine Vorsondierung der Beziehungen zwischen Wohlfahrts- und Nachhaltigkeitsdiskurs hat im Rahmen eines Fachgesprächs "Wohlfahrt und Nachhaltigkeit als neues Thema der Nachhaltigkeitsforschung" stattgefunden, das vom Wuppertal Institut in Kooperation mit dem Umweltbundesamt am 12. Mai 2005 in Berlin durchgeführt wurde (Vorstudie zur jetzigen Hauptstudie).

Für Oktober 2006 ist ein weiteres Fachgespräch (Modul III, Durchführung durch die GP-Forschungsgruppe München) vorgesehen. Ausgehend von den erarbeiteten Ergebnissen soll ein inhaltlicher Austausch zwischen Vertreterinnen und Vertretern des Wohlfahrts- und des Nachhaltigkeitsdiskurses aus verschiedenen Bereichen (Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft, Wissenschaft) initiiert werden.