Dialogprozess Nachhaltigkeit in Konsum und Produktion (2007-2008) - Weiterentwicklung und Konkretisierung des eingeleiteten nationalen Prozesses zur Förderung nachhaltiger Konsum- und Produktionsmuster in Deutschland

  • Projekt-Nr.1400
  • Laufzeit 03/2007 - 09/2009

Der Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung (WSSD) in Johannesburg im September 2002 begründete den Beschluss zur Entwicklung eines Zehn-Jahres-Rahmenprogramms für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster. Das Programm soll einen Rahmen für internationale wie nationale Aktivitäten bilden, die das Ziel verfolgen, Produktion und Konsum stärker an den Grundsätzen nachhaltiger Entwicklung zu orientieren. Somit wurde der Marrakesch Prozess initiiert.

Unklare politische Rahmenbedingungen und eine unzureichende Dialogkultur zwischen den beteiligten Akteuren sind Grund dafür, dass kaum handlungsfähige Allianzen zwischen Herstellern, Handel, Umwelt- und Verbraucherorganisationen bestehen. Hier setzt der nationale Dialogprozess an, um eine Verständigung über Ziele und innovative Ansätze, welche die Potenziale von Wirtschaft und zivilgesellschaftlichen Akteuren mobilisieren können, zu erreichen. Deutschland kann für seinen Beitrag zu diesem internationalen Prozess auf eine Vielzahl einzelner bereits bestehender Ansätze und Initiativen für nachhaltige Produktions- und Konsummuster zurückgreifen. Diese Ansätze müssen stärker gebündelt werden, um Raum für neue Ideen zu schaffen.

Vor diesem Hintergrund initiierten das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) und das Umweltbundesamt (UBA) im Februar 2004 den nationalen Dialogprozess zur Förderung nachhaltiger Konsum- und Produktionsmuster, in dessen Rahmen eine Reihe von akteurs- und themenspezifischen Fachkonferenzen und Fachdialogen durchgeführt wurden. Ziel dieser Veranstaltungen war es, gemeinsam mit den Beteiligten Perspektiven zu erarbeiten, um die bestehenden Ansätze weiter zu entwickeln und durch neue Impulse zu ergänzen.

Konkrete Themen waren hierbei Klimaschutz und Ressourceneffizienz, Potentiale der Informationswirtschaft und Telekommunikation, nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster, Ökodesign, Energieeffizienz und -einsparung, grünes Surfen, die Rolle der Kommunen, des Einzelhandels und kleiner und mittlerer Unternehmen und des Handwerks in Konsum und Produktion, Ökoeffiziente Haushaltsgeräte, Vermarktungsstrategien nachhaltiger Produkte, Umwelt- und Sozialstandards, ökoeffiziente Beleuchtungen sowie nachhaltige Beschaffung.

Im Rahmen des Fachgesprächs "Umwelt- und Sozialstandards in der Textil- und Schuhbranche" wurde vom Wuppertal Instituts eine explorative Kurzrecherche zum Thema Positionierungsstrategien des Einzelhandels durchgeführt, ein Hintergrundpapier dazu erstellt und die Ergebnisse vorgestellt. Öffentlich zugängliche Informationsangebote von elf international tätigen deutschen Handelsunternehmen wurden untersucht und mit dem Informationsgehalt von drei Referenzportalen der Verbraucheraufklärung abgeglichen. Ziel der Kurzstudie ist es, einen Eindruck zu erlangen, inwieweit sich interessierte Verbraucher/-innen anhand der Positionierung der untersuchten Unternehmen über Umwelt- und Sozialstandards informieren können, um bewusster ihren Konsum zu gestalten.

Außerdem waren Vertreter/-innen des Wuppertal Instituts im Rahmen des Nationalen Dialogprozesses an einem Werkstattgespräch des UBA am 16.01.2008 in Berlin zum Thema "Bedarfsfeld Bekleidung - Problemsicht aus wissenschaftlicher Perspektive" beteiligt. Dabei stellten sie unterschiedliche Handlungsansätze und Instrumente anhand von Projektbeispielen im Bedarfsfeld Bekleidung vor.

Aufgabe des Wuppertal Instituts war es auch, für die Fachdialoge und -konferenzen Materialien zusammenstellen und die Arbeitspapiere bzw. ein Hintergrundpapier zu kommentieren sowie inhaltliche Zuarbeit zur Öffentlichkeitsarbeit des Nationalen Dialogprozesses zu leisten.


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