Der Gebäudesektor ist einer der wichtigsten Sektoren für den Materialbedarf in
Deutschland. Die Bau- und Abbruchabfälle verursachen mit Abstand das größte Abfallaufkommen in Deutschland. Gleichzeitig sorgt der Gebäudesektor direkt und indirekt enorme Mengen an Treibhausgas-Emissionen. Aus diesen signifikanten Umweltauswirkungen des Gebäude-Sektors ergibt sich die Notwendigkeit einer Transformation hin zu einem ressourcen- und klimaschonenden Gebäudesektor.
Ein wichtiger Hebel ist dabei eine stärkere Nutzung des bestehenden Gebäudebestandes – unter anderem durch stärkere Weiternutzung von Baumaterialien und -teilen sowie ein verbessertes Recycling. Allerdings sind hierzu nur unzureichende Informationen verfügbar. Zwar beschäftigen sich viele Forschungseinrichtungen, Universitäten und Unternehmen mit der Frage, welche Materialien in unterschiedlichen Gebäuden vorhanden sind und es findet ein kontinuierliches Monitoring der Bau- und Abbruchabfälle statt. Trotzdem ist hier noch deutlicher Nachholbedarf vorhanden, die Datenmenge und Datenqualität zu verbessern und systematisch zu erfassen und nutzbar zu machen.
Dabei stellen sich insbesondere folgende Fragen: Woher stammen die verwendeten Materialien? Wie lange verbleiben sie während der Nutzungsphase im Gebäude? Was geschieht mit ihnen nach dem Rückbau? Und vor allem: Wie kann die Menge an Materialien, die zu Abfall werden, wirksam reduziert werden?
Antworten auf diese Fragen bündelt die Studie "Kreislauffähigkeit des deutschen Wohngebäudesektors", die im Auftrag der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) durchgeführt wurde. In der Studie haben die Forschenden des Wuppertal Instituts Informationen aus verfügbaren Studien und Literaturquellen systematisch ausgewertet und hinsichtlich ihrer quantitativen Aussagekraft bezogen auf Höhe und Unterschiedlichkeit der Materialität des Gebäudebestandes eingeschätzt. Die Ergebnisse wurden in praxisorientierter Form aufbereitet und konsolidiert, wodurch auch die dazu verwendete Methodik von Akteur*innen der Baupraxis genutzt und angewendet werden können.
Innerhalb der Studie wurden weiterhin zentrale Barrieren und daraus abgeleitete Handlungsempfehlungen formuliert, wie sowohl die Datensituation als auch das praktische Handeln der Akteur*innen im Bausektor die Kreislauffähigkeit verbessert und zirkuläre Geschäftsmodelle gefördert werden können.
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