TwinTrans4MAtion

Menschzentrierte Arbeitsgestaltung für die sozial nachhaltige Twin Transformation im Rheinischen Revier – Konzeptphase

  • Projekt-Nr. 353873
  • Laufzeit 09/2025 - 01/2026

Das Rheinische Revier steht im Zuge des Kohleausstiegs vor der gewaltigen Aufgabe, industrielle Wertschöpfung und Beschäftigung neu zu definieren. Die Landesregierung NRW verfolgt dabei das Leitbild einer zirkulär orientierten Wirtschaft, um durch Ressourceneffizienz und innovative Geschäftsmodelle neue Wachstumsimpulse zu setzen. Die Realität zeigt jedoch, dass die ökologische, zirkuläre Transformation untrennbar mit der digitalen Transformation verbunden ist. Dieser doppelte Wandel – auch "Twin Transformation" genannt – muss nicht nur technologisch gelingen, sondern vor allem sozial nachhaltig gestaltet werden, um den Fachkräftemangel im Revier nicht durch zusätzliche Barrieren zu verschärfen.

Vor diesem Hintergrund übernehmen die Wissenschaftler*innen des Wuppertal Instituts im Rahmen des Verbundprojekts TwinTrans4MAtion die zentrale Rolle bei der Analyse und Konzeption der zirkulären Dimension der Twin Transformation. Während die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH) ihren Fokus auf die menschengerechte Gestaltung des Wandels und das strategische Management der (digitalen) Transformation legen, konzentrieren sich die Forschenden des Wuppertal Instituts auf die systemische Ebene einer digitalisierten Kreislaufwirtschaft. Sie analysieren, wie Unternehmen und deren Beschäftigte konkret von der Einführung digitaler Technologien und Instrumente profitieren können, um höherwertige zirkuläre Strategien wie Reuse, Refurbishment und Repair wirtschaftlich erfolgreich umzusetzen. Hierbei gehen sie über eine rein technische Betrachtung hinaus und identifizieren gezielt soziale Risiken. Sie erforschen beispielsweise, inwieweit die kreislauforientierte Transformation bestehende Beschäftigungsformen gefährdet oder wie neue, attraktive Arbeitsfelder im Handwerk und dem produzierenden Gewerbe des Rheinischen Reviers entstehen können.

In der von September 2025 bis Januar 2026 laufenden Konzeptphase bereiteten die Forschenden dazu die spätere Umsetzungsphase durch ein mehrstufiges wissenschaftliches Vorgehen vor. Zunächst führten sie eine fundierte Potenzialanalyse durch, die auf einem umfassenden "Literature Review" und qualitative Expert*innen-Interviews mit Unternehmensvertreter*innen, politischen Akteur*innen und Intermediären im Rheinischen Revier basiert. Diese Ergebnisse flossen anschließend in eine großangelegte Realtime-Delphi-Studie (mehrstufiges Befragungsverfahren) des Instituts für Arbeitswissenschaft ein. Darüber hinaus leiteten die Forschenden konkrete Zukunftsbilder sowie Forschungs- und Entwicklungsvorhaben für die geplante Umsetzungsphase ab. Das soll sicherstellen, dass die ökologischen Ziele der Kreislaufwirtschaft mit den sozialen Anforderungen einer digitalisierten Arbeitswelt einhergehen.

Die Ergebnisse mündeten in ein detailliertes Gesamtkonzept für die Umsetzungsphase und die gewonnenen Erkenntnisse über die Strukturrelevanz einer digital gestützten Kreislaufwirtschaft im Rheinischen Revier wurden in nationale und europäische Forschungsprozesse integriert.


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