EBEM-KAT

Evidenzbasierte Bewertung von Einweg- versus Mehrweginstrumentarium in der Kataraktchirurgie

  • Projekt-Nr. 353187
  • Laufzeit 02/2026 - 01/2028

Die Augenheilkunde ist ein hoch technisierter und materialintensiver Bereich der Medizin. Sie trägt daher wahrscheinlich in erheblichem Maße zu den Treibhausgasemissionen des Gesundheitswesens bei. Für Deutschland fehlen bislang jedoch belastbare Daten, da geeignete Instrumente zur Quantifizierung des CO2-Fußabdrucks einzelner Operationen oder medizinischer Einrichtungen noch nicht etabliert sind. 

Im Projekt EBEM-KAT erfassen das Wuppertal Institut und das Universitätsklinikum Düsseldorf systematisch klimarelevante Emissionen in der Augenheilkunde – mit dem Ziel, sie langfristig zu reduzieren und nachhaltige Strukturen im klinischen Alltag zu verankern. Ein zentraler Ausgangspunkt des Projekts ist die Entwicklung eines Tools für Life Cycle Assessment (LCA), das einen direkten Vergleich der Treibhausgasemissionen von funktional äquivalentem Einweg- und Mehrweg-OP-Besteck ermöglicht. Dieses Tool bildet die Grundlage für evidenzbasierte Entscheidungen und weitere Projektschritte. 

Ergänzend entwickelt das Projektteam ein praxisnahes Lernmodul mit konkreten Handlungsempfehlungen für den klinischen Alltag, das Ärzt*innen und weiteres medizinisches Personal für Nachhaltigkeit im Gesundheitswesen sensibilisiert. Das Modul entsteht in enger Zusammenarbeit zwischen den Forschenden und dem Klinikpersonal. Es ist so konzipiert, dass es langfristig und unabhängig von der Projektlaufzeit in bestehende Fortbildungsstrukturen integriert werden kann. Neben ökologischen Faktoren berücksichtigt das Projektteam auch die wirtschaftlichen Aspekte: Die Kostenstrukturen von Einweg- und Mehrweg-OP-Besteck werden systematisch analysiert und gemeinsam mit den Ergebnissen der Klimabilanzierung aufbereitet, um eine fundierte Entscheidungsgrundlage für Klinikleitungen und Klinikmanagement zu schaffen. Ergänzend entwickeln die Forschenden einen praxisorientierten Leitfaden, der ökologische Kriterien stärker in Beschaffungsprozesse für OP-Besteck integriert und Verantwortlichen in Kliniken konkrete Instrumente für nachhaltige Beschaffungsstrategien bereitstellt. 

Durch die Kombination von Klimabilanzierung, ökonomischer Analyse, gezielter Weiterbildung und strukturellen Handlungsempfehlungen verfolgt das Projekt einen transdisziplinären Ansatz, der medizinische, umweltwissenschaftliche und betriebswirtschaftliche Perspektiven miteinander verbindet. Das Ziel ist, den CO₂-Fußabdruck und das Abfallaufkommen in ophthalmologischen Operationsabteilungen signifikant zu reduzieren und damit einen nachhaltigen Transformationsprozess innerhalb der Augenheilkunde anzustoßen. Die enge Zusammenarbeit mit Fachleuten aus der klinischen Praxis stellt sicher, dass die entwickelten Lösungen realitätsnah, umsetzbar und langfristig wirksam in den Klinikalltag integriert werden können.



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