Ziel des Projekts GRROW (Growth-oriented Remanufacturing and Refurbishment of Washing Machines) ist, die Transformation zur Kreislaufwirtschaft unter herausfordernden Status-Quo-Bedingungen zu realisieren: Am Anwendungsbeispiel des Praxispartners Miele implementiert das Projektteam einen DPP-befähigten Ende-zu-Ende-Kreislaufprozess für Waschmaschinen. Das Konzept ist gezielt auf das "Brownfield-Umfeld" ausgerichtet – also auf bereits im Markt befindliche Geräte, für die bislang kaum digitale Daten vorliegen. Dazu entwickeln die Forschenden pragmatische und wirtschaftlich sinnvolle Lösungsansätze für werterhaltende ReX-Strategien wie Refurbishment und Remanufacturing – und bringen sie in die Umsetzung.
Zur Realisierung dieser pilothaften Umsetzung wird der Digitale Produktpass (DPP) als Schlüsselelement in die Prozesse und die betrieblichen IT-Systeme von Miele integriert. Den Kern bildet dabei eine KI- und modellbasierte, rückwirkende Dateninterpolation für bereits im Feld befindliche Geräte, die eine hohe faktische Datenverfügbarkeit im DPP gewährleistet. Auf Basis dieser Datengrundlage entwickelt das Projektteam eine skalierbare Rückführungslogistik mit dynamischer Berechnung der Rückführungsvergütung und monetären Anreizsystemen. Zudem ermöglicht die Integration des DPP in die Produktions- und Auftragsmanagement-Systeme von Miele eine planbare zirkuläre Fertigung und maximale wirtschaftliche Wertschöpfung. Parallel dazu entsteht ein öffentlich zugänglicher, datenbasierter Business-Case-Rechner, der die Wirtschaftlichkeit von ReX-Aktivitäten ermittelt und so das Markteintrittsrisiko für Unternehmen signifikant senken soll.
Das Wuppertal Institut bringt im Projekt GRROW seine Expertise in die Gestaltung der zirkulären Rahmenbedingungen sowie des DPP-Systems ein: Die Forschenden entwickeln ein Reifegradmodell zur systematischen Skalierung der ReX-Strategien und wirken an der Konzeption eines EU-konformen, praxistauglichen DPP mit, der sich optimal in IT-Systeme produzierender Unternehmen integrieren lässt.
Einen weiteren Schwerpunkt bildet die empirische Konsumforschung: Mit einem Mixed-Methods-Ansatz aus qualitativen Formaten, etwa Interviews und Fokusgruppen, sowie repräsentativen Befragungen, beispielsweise Choice-Experimenten, untersucht das Projektteam, welchen Einfluss spezifische DPP-Informationen auf die Akzeptanz und Zahlungsbereitschaft für ReX-Produkte, wie beispielsweise refurbished Waschmaschinen, haben. Die Ergebnisse dienen als fundierte Basis für das Design und die Implementierung von DPPs – und bieten wichtige Anhaltspunkte für zirkuläre Geschäftsmodelle sowie für politische Entscheidungsträger*innen.
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