Um die deutschen Klimaschutzziele zu erreichen, müssen energieintensive Industriebranchen wie die Stahl-, Chemie- und Zementindustrie dekarbonisiert werden. Zielführende Maßnahmen für die nachhaltige Transformation der deutschen Industrie erfordern jedoch einerseits ein Verständnis industrieller Strukturen sowie andererseits von deren Wechselwirkungen mit dem Energiesystem und der Gesamtwirtschaft. Hier setzt das Forschungsprojekt ModIWE an.
Das übergeordnete Ziel ist die Entwicklung eines integrierten Daten- und Modell-Instrumentariums, das die energieintensive Industrie und ihre Wechselwirkungen mit dem Energiesystem und der Gesamtwirtschaft ganzheitlich erfasst. Methodisch greift das Projektteam dafür einerseits auf die ITOM-Modellfamilie des Wuppertal Instituts zurück und entwickelt sie gezielt weiter, um Politikinstrumente präziser abzubilden. Auf dieser Basis entwickeln die Forschenden mit ITOM Transformationspfade für die Stahl-, Chemie- und Zementbranche. Darüber hinaus verfeinern und nutzen die Forschenden makroökonomische Modelle des Wuppertal Instituts und des Projektpartners GWS bezüglich der Abbildung der energieintensiven Industrie. Diese makroökonomischen Modelle verknüpfen die Transformation auf Branchenebene mit der Ebene der Gesamtwirtschaft – und ermöglichen so die Ermittlung von Wechselwirkungen der Industrietransformation mit Energiebezug, BIP, Beschäftigung und Außenhandel sowie die Ermittlung der Effekte auf Treibhausgasemissionen und Ressourcenverbrauch.
Für die Kopplung der Bottom-up-Industriemodelle mit den makroökonomischen Modellen erstellt das Projektteam stärker ausdifferenzierte, erweiterte multiregionale Input-Output-Tabellen und entwickelt Soft-Links, um die jeweiligen Datenstrukturen miteinander in Bezug zu setzen. Die Praxistauglichkeit des Modell-Instrumentariums wird schließlich durch eine exemplarische Durchführung von Szenarioanalysen demonstriert. Die im Zuge des Vorhabens entwickelten Daten, Vorgehensweisen und Modellteile werden Open Access zur Verfügung gestellt.
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