PHB USA

Physische Handelsbilanzen der USA

  • Projekt-Nr. 354168
  • Laufzeit 04/2026 - 03/2027

Seit 2025 werden seitens der USA Zölle verändert, um – so eine Begründung – den aus Sicht der USA als unfair bewerteten internationalen Handel fairer zu gestalten. Die Frage, was fairer Handel überhaupt ist, wird seit Jahrtausenden immer wieder gestellt – und immer neu beantwortet. Lange standen Aspekte des Werts der ausgetauschten Güter sowie das Ausmaß der Freiwilligkeit im Zentrum der Bewertung. In den 1990er Jahren kam jedoch ein zusätzlicher Aspekt hinzu: Die Frage, wer die durch den Handel entstehenden Umweltbelastungen trägt. 

In der Regel fallen besonders viele Umweltlasten beim Bergbau, bei den ersten Aufbereitungsschritten und bei der Entsorgung an. Diese Umweltlasten treten vor allem lokal auf, etwa in Form von Eingriffen in die Natur und Wasserverunreinigungen, giftigen Schlacken oder Flächenbelegungen durch Deponien. Dagegen sind die Umweltlasten, die bei der Nutzung der Güter entstehen, in der Regel gering – beziehungsweise wirken sie überwiegend auf globaler Ebene, wie Treibhausgasemissionen aufgrund des Energieeinsatzes bei der Nutzung.

Angesichts der hohen Vielfalt aller gehandelten Güter und der Komplexität der damit verbundenen Umweltwirkungen, etablierte sich der Indikator der physischen Handelsbilanz (PHB), der die gesamten Materialaufwendungen der im- und exportierten Güter verrechnet. Der Indikator zeigt das Ausmaß der ökologischen Ausgeglichenheit des Handels an – beziehungsweise der Ungleichheit.

Gefördert vom Verein der Freund*innen des Wuppertal Instituts, berechnen und analysieren die Forschenden die bilateralen physischen Handelsbilanzen der USA und vergleichen sie unter anderem mit monetären Handelsbilanzen und Zöllen. Auf dieser Basis erstellen sie eine Bewertung des internationalen Handels der USA aus ökologischer Perspektive – und bringen damit einen Punkt in die Debatte ein, der bislang weitgehend ignoriert wurde.


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