Wissenschaftliche Begleitung der Projektorganisation und Kommunikation des Dialogprozesses im Bereich "Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie"

  • Projekt-Nr.1183
  • Laufzeit 01/2012 - 02/2014

Der Verkehr verbraucht in Deutschland rund 30 Prozent der gesamten Endenergie und basiert noch nahezu vollständig auf fossilen Kraftstoffen, womit eine entsprechende Abhängigkeit von Importen gegeben ist. Die aktuelle energiepolitische Diskussion zeigt, dass auch der Verkehrssektor einen Beitrag zur Energiewende leisten muss.
Angesichts knapper Ressourcen und zunehmender Verkehrsleistung besteht die Herausforderung darin, die im Energiekonzept der Bundesregierung für den Verkehrssektor definierten Reduktionsziele zu erreichen: bis 2020 Reduktion des Endenergieverbrauchs um rund 10 Prozent, bis 2050 um 40 Prozent (jeweils gegenüber 2005). Um den dazu nötigen Veränderungsprozess einzuleiten, stellt die Bundesregierung in ihrem Energiekonzept 2010 die Notwendigkeit einer Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie heraus. In diesem Sinne soll nunmehr die Kraftstoffstrategie aus dem Jahr 2004 aktualisiert und auf ein breites, verkehrsträgerübergreifendes Fundament gestellt werden.
Mit IFOK als federführendem Partner wird ein Hauptaugenmerk darauf gelegt, die Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie als partizipativen Prozess mit den relevanten Akteuren aus Wirtschaft, Gesellschaft, Wissenschaft und Politik zu gestalten. Das Wuppertal Institut übernimmt als Fachpartner die wissenschaftliche Begleitung.
Zur Ausgestaltung gehören die Recherche und Aufbereitung von notwendigen technischen, ökologischen und ökonomischen Grunddaten der verschiedenen Kraftstoffe (die derzeit gängigen fossilen Kraftstoffe, Biokraftstoffe der ersten und zweiten Generation, Wasserstoff, etc.) und Antriebe (vom konventionellen Verbrennungsmotor bis zu verschiedenen elektrischen Optionen). Ebenso werden im Sinne einer möglichst ganzheitlichen Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie Aspekte von Verkehrsverlagerung, -vermeidung und -verbesserung mit in die Untersuchung aufgenommen.
Adressiert werden die Sektoren des Straßen-, Schienen-, See- und Luftverkehrs, jeweils sowohl Personen- als auch Gütertransport. Der Zeithorizont wird so gewählt, dass ein weiter Ausblick bis 2050 erfolgt und die Zwischenziele 2020 (kurzfristig) und 2030 (mittelfristig) betrachtet werden. Anhand von Langfrist-Szenarien werden die unterschiedlichen Optionen und Stellschrauben sowie deren Auswirkungen auf den gesamten Verkehrssektor detailliert untersucht.
Im Ergebnis werden dem BMBVS Handlungsempfehlungen zur Ausgestaltung einer nachhaltigen Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie an die Hand gegeben, die aufgrund des partizipativen Dialogprozesses während der Bearbeitung eine breite Zustimmung der relevanten Akteure haben.